Die Logik des Unlogischen… Aus   Sicht   eines   Produzenten   ist   alles   was   einen   Film   so   erfolgreich   macht,   dass   er   einen   deutlichen Gewinn   erwirtschaftet,   absolut   logisch.   Egal,   wie   unlogisch   das   Thema   behandelt   wird.   Irrelevant, wie haarsträubend die Handlung ist. Und   ebenso   sind   zeitliche   Zusammenhänge   nur   dann   von   Bedeutung,   wenn   irgendwo   eine   Uhr, Kameragerecht über einer Bombe platziert, Richtung Null zählt. Dass   Filme   des   Genres   generell   keinen   Anspruch   auf   Realitätsnähe   erheben   sollte   allgemein bekannt sein. Viele versuchen aber zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Bei   der   Konzeption   von   Star   Trek   wurde   so   zum   Beispiel   hart   daran   gearbeitet   eine   Technologie   zu beschreiben, die zumindest im Ansatz denkbar erscheint. Im Fall von Star Trek XI hat man nicht nur hierauf offensichtlich weitgehend verzichtet. Zur Story Dass    eine    Supernova    für    die    Planeten    ihres    Sonnensystems    die    Zerstörung    bedeutet    ist unbestritten.   Dass   aber   ein   schwarzes   Loch   die   Explosion   so   weit   abmindern   kann,   dass   Planeten diese   überstehen   ist   mehr   als   zweifelhaft.   Überdies,   was   wird   aus   den   Planeten,   wenn   ihre   Sonne erloschen    ist?    Sollte    die    betreffende    Sonne    nicht    im    selben    System    wie    die    Planeten    sein, überstehen   diese   die   Explosion   mit   Sicherheit.   Gefährlich   wird   nur   die   Gammastrahlung,   die   eine Supernovaexplosion   erzeugt   und   auch   von   einem   Schwarzen   doch   kaum   ausreichend   absorbiert werden kann. Kurz   gesagt,   die   Zerstörung   von   Romulus   ist   nicht   logisch   dargestellt.   Ganz   zu   schweigen   davon das   Hauptbösewicht   Nero   irgendwie   in   die   misslungene   Rettungsaktion   Spocks   mit   eingebaut   wird und   dann   über   das   zu   spät   kreierte   schwarze   Loch   in   die   Vergangenheit   versetzt   wird.   Genau passend   zu   einem   Zeitpunkt,   wo   der   werdende   Vater   von   James   T.   Kirk   zusammen   mit   seiner   Frau an   Bord   eines   Raumschiffs   ist,   dass   sich   auch   noch   genau   am   richtigen   Platz   befindet.   Interessant ist   dabei,   dass   die   weit   fortgeschrittenen   Waffen   von   Nero’s   Schiff   die   Schutzschirme   der   Kelvin locker   durchdringen,   das   Schiff   selbst   aber   trotz   heftiger   Treffer   noch   recht   lange   manövrierfähig bleibt. Abgesehen vom Autopiloten, der aus Filmstrategischen Gründen natürlich ausfallen muß. Wie   muß   jemand   psychisch   beschaffen   sein,   wenn   er   25   Jahre   lang   in   einem,   wenn   auch   recht großen,   Raumschiff   auf   jemanden   wartet,   den   er   eigentlich   nicht   mag?   Und,   weit   interessanter, wieso   wird   der   Betreffende   augenscheinlich   nicht   einen   Tag   älter?   Hält   sich   so   gut,   dass   nicht einmal die comicverdächtige Gesichtsbemalung blasser wird. Und   wieso,   oh   Wunder   des   Zufalls,   kommt   Spocks   Raumschiff   mit   25   Jahren   Verspätung   so termingerecht,   das   Nero   sich   die   Rote   Materie   ergattern   kann,   nebst   Technologie,   um   damit   so passend Vulkan anzugreifen, dass er Kirk noch nebenbei vom drohenden Verweis retten kann. Da   die   versammelte   Kadettenschaft   ja   nun   die   Raumschiffe,   die   vorher   offenbar   keine,   oder unzureichende Besatzung, hatten, bemannen muß um gen Vulkan zu eilen. Allerdings   ermöglichen   die   Warptriebwerke,   gemäß   offizieller   Publikationen,   eine   leider   nur   relativ geringe   Überlichtgeschwindigkeit.   Warp   4,   was   im   Film   angegeben   wurde,   ist   wenig   mehr   als 100fache   Lichtgeschwindigkeit.   Und   das   bedeutet,   dass   ein   Flug   zum   10   Lichtjahre   entfernten Epsilon   Eridani   System,   welches   zumindest   in   einem   der   Star   Trek   Bücher   als   Heimatstern   des Planeten Vulkan genannt wurde, immer noch 3,65 Tage dauern würde. Zur   schnellen   Reaktion   auf   einen   Notruf   vielleicht   doch   etwas   zuviel   Zeit.   Insbesondere,   wenn   der Gegner   schon   mit   dem   Bohren   beschäftigt   ist.   Warum   er   eigentlich   bis   zum   Planetenkern   bohren muss,   wenn   später   diese   ominöse   Rote   Materie   auch   so   zum   Schwarzen   Loch   kollabiert,   bleibt   ein Weiteres Rätsel. James    Tiberius    Kirk    auf    einem    Planeten    auszusetzen,    anstand    ihn    in    einer    Arrestzelle unterzubringen,     dient     wohl     der     Erweiterung     des     Handlungsspielraums.     Ihn     mit     einer Rettungskapsel   runter   zu   schießen,   statt   zur   Station   zu   beamen,   ist   wohl   eine   überaus   logische, gelebte Materialverschwendung. Erstaunlich   was   es   auf   einem   öden   Eisplaneten   doch   für   große   Tiere   gibt,   die,   obwohl   niemals zuvor   mit   Feuer   konfrontiert,   recht   panisch   vor   einer   kleinen   Fackel   abhauen.   Fragt   sich   auch, welcher    Gott    des    Zufalls    Kirk    ausgerechnet    in    die    Höhle    bugsiert    hat    in    der    Spock    gerade meditierte,   oder   sonst   was   über   dem   Lagerfeuer   briet,   für   dass   er   das   Holz   wohl   eigens   importiert hatte.   Anbetracht   der   Nähe   zur   Forschungsstation   möglicherweise   wohl   eine   Art   Campingausflug des an Wüstenartige Hitze gewöhnten Vulkaniers. Ganz   nebenbei   musste   dieser   Eisplanet   noch   ein   Mond   Vulkans   gewesen   sein.   Denn   anders   hätte Spock von dort aus die Zerstörung seines Planeten kaum sehen können. Fragt   sich   nur,   wie   ein   Eismond   neben   einem   Wüstenplaneten   existieren   kann.   Und   wieso   er   die Nähe zu diesem Schwarzen Loch, zu dem Vulkan wurde, so gut übersteht. Äußerst   praktisch,   ist   auch,   dass   Spock   gleich   auch   eine   Formel   parat   hat,   die   alleine   ausreicht   um einen   Transporter   so   zu   modifizieren,   dass   er   einen   Lichtjahre   weiten   Transport   durch   Warpfelder hindurch   und,   zumindest   in   einem   Fall,   zielgenau   auf   festem   Boden   absetzt.   Wer   jemals   spontan die   Luft   anhalten   musste   weiß,   dass   man   es   kaum   länger   als   10   Sekunden   schafft.   Also   wäre   eine gewisse   Wiederbelebungsgymnastik   für   den   im   Wassertank   gelandeten   Scotty      kaum   utopische Übertreibung gewesen. Zur   Prügelei   auf   Nero’s   Schiff   kann   man   nicht   viel   sagen,   außer   dass   es   letztlich   doch   relativ einfach   war   Pike   zu   befreien   und   das   kleine,   als   superschnell   bezeichnete,   Schiff   mit   der   Roten Materie   zu   stehlen.   Pardon,   wieder   in   Besitz   zu   nehmen.Erstaunlich   ist,   dass   die   Enterprise   das Tempo   der   beiden   um   etwa   150   Jahre   moderneren   Schiffe   mitgehen   konnte.   Wäre   ja   sonst   nicht rechtzeitig   zu   Spocks,   Kirks   und   Pikes   Rettung   gekommen.   Fragt   sich   nur,   wohin   die   eigentlich geflogen   sind.   Falls   es   wesentlich   weiter   als   bis   zur   Plutobahn   ging,   muß   die   Flugzeit   wieder   in Tagen   gerechnet   werden.   Tage,   in   denen   Kirk   und   Pike   sich   dann   recht   erfolgreich   vor   einer gesamten   Schiffsbesatzung,   einschließlich   Schiffscomputer   und   moderner   Sensoren   verstecken konnte. Angesichts   der   Tatsache   das   Spock   letztendlich,   mit   dem   misslungenen   Versuch   Romulus   zu   retten und    der    daraus    resultierenden    Verärgerung    Neros,    die    Ursache    für    die    Vernichtung    Vulkans begründet    hat,    bietet    er    am    Ende    eine    für    vulkanische    Verhältnisse    fast    schon    vergnügte Vorstellung. Kennt    man    eigentlich    irgendeine    ordentliche    militärische    Struktur    wo    jemand    vom    Kadetten unmittelbar    zum    Captain    ernannt    wird?    Und    das    nicht    nur    auf    einem    Vergnügungsdampfer, sondern     auf     dem     Flaggschiff     der     Flotte?     Bezogen     auf     Karriere     wäre     das     mal     echte Warpgeschwindigkeit.   Und   in   etwa   so,   als   würde   ein   Absolvent   heutiger   Militärakademien,   ohne weitere Zwischenstufen Kommandant eines Flugzeugträgers…. Leider   wissen   wir   aus   der   Originalserie,   dass   James   T.   Kirk,   bevor   er   Captain   der   Enterprise   wurde, auch   auf   anderen   Schiffen   gedient   hat.   Unter   anderem   als   Waffenoffizier   im   Kampf   gegen   ein Energiewesen.   Aber   wozu   sich   an   Historie   halten,   nachdem   man   ja   hier   gerade   ein   Zeitparadoxon geschaffen   hat,   mit   dem   man   alle   neuen   und   zukünftigen   Ideen   erklären   kann.   Und   gleichzeitig sind   damit   alle   früheren   Geschichten   aus   dem   Star   Trek   Universum   Schnee   von   gestern   und   zwar geschmolzener. Denn   unter   den   Überlebenden   10000   Vulkaniern   dürften   sich,   nur   als   Beispiel,   schwerlich   die Eltern Tuvoks finden lassen, was für die Voyager Serie gar nicht gut ist. Ist   er   doch   der   Grund   für   den   Flug   in   die   Badlands   und   den   Transport   der   Voyager   in   den   Delta- Quadranten. Also   darf   man   gespannt   sein,   was   den   Verantwortlichen   von   Star   Trek   nun   einfällt,   bei   dem Versuch   die   Geschichte   neu   zu   schreiben.   In   jedem   Fall   hat   Paramount   den   Begriff   “Reboot”   neu definiert. Special Effects: Ab   einem   gewissen   Szenenschnitttempo   ist   man   versucht   die   Augen   zu   schließen,   um   zerebrale Schäden zu vermeiden. Na ja, das Alter halt.... Einige Decks der Enterprise sehen verdächtig nach Fabrikhallen aus. Sonstiges: Ganz   offensichtlich   gibt   es   auf   dem   Schiff   eine   Altersbegrenzung,   von   der   lediglich   Captain   Pike ausgenommen   war.   Wo   wir   von   Christopher   Pike   sprechen.   Schon   heute   gibt   es   Mittel,   die   einem die    Zunge    lösen    können.    Warum    man    in    Zeiten    neurologischer    Scanner    noch    irgendwelche Tierchen   benutzt   und   diese   noch   in   Anlehnung   an   Star   Trek   II   (Zorn   des   Kahn)   lässt   fast   schon graue Haare wachsen. Sicher,   es   ist   wohl   schwierig   in   der   heutigen   Zeit   noch   neue   Ideen   zu   haben,   aber   musste   es   am Ende   unbedingt   ein   Kamikaze   Manöver   sein?   Wäre   es   nicht   auch   Interessant   gewesen   den   jungen Spock    gegen    Nero    kämpfen    zu    lassen?    Vielleicht    auch    mal    mit    den    Mitteln    vulkanischer Gedankenverschmelzung?   Statt   immer   nur   möglichst   große   Bomben   auszupacken.   Nero….,   war das nicht ein Römischer Kaiser…? Ein   Wort   noch   zu   Zeitreisen.   Tatsächlich   gibt   es   in   der   Astrophysik   Theorien   nachdem   die   Zeit   in der Nähe einer Singularität (Schwarzem Loch) rückwärts laufen kann. Was   aber   nicht   bedeutet,   dass   man   damit   in   die   Vergangenheit   kommt.   Und   lebend,   nach   einem Sturz in selbiges Schwarzes Loch, schon gar nicht. Fazit: Star   Trek   XI,   ist   ein   moderner   Actionfilm   im   Stil   des   Zeitgeistes.   Mit   dem   erklärten   Ziel   die visuellen   Möglichkeiten   menschlicher   Gehirne   zu   testen,   in   der   Hoffnung   dass   diese   damit   derart abgelenkt    sind,    dass    sämtliche    logischen    Fehler,    Ungereimtheiten    und    Irritation    erzeugende Handlungsstränge,   wie   das   reichlich   überstrapaziert   genutzte   Zufallsprinzip   und   wohl   auch   die Romanze zwischen Spock und Uhura, nicht weiter bemerkt werden. Was   bleibt   ist   ein   visuell   gut   gemachter   Film,   der   durchaus   sehenswert   ist,   der   aber   leider   auch geeignet ist leichte Krämpfe im Bauch der ernsthaft Interessierten zu erzeugen. Den    positivsten    Eindruck    machte    letztlich    das    Design    der    Enterprise,    die,    gegenüber    den vorherigen    Modellen,    zum    Ersten    Mal    den    Eindruck    von    echter    Stabilität    und    Robustheit vermittelte.
Star Trek XI
Filmkritik
Herbert Haß
Star Trek XI Die Logik des Unlogischen… Aus   Sicht   eines   Produzenten   ist   alles   was   einen   Film   so   erfolgreich macht,   dass   er   einen   deutlichen   Gewinn   erwirtschaftet,   absolut   logisch. Egal,    wie    unlogisch    das    Thema    behandelt    wird.    Irrelevant,    wie haarsträubend die Handlung ist. Und   ebenso   sind   zeitliche   Zusammenhänge   nur   dann   von   Bedeutung, wenn   irgendwo   eine   Uhr,   Kameragerecht   über   einer   Bombe   platziert, Richtung Null zählt. Dass    Filme    des    Genres    generell    keinen    Anspruch    auf    Realitätsnähe erheben   sollte   allgemein   bekannt   sein.   Viele   versuchen   aber   zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Bei   der   Konzeption   von   Star   Trek   wurde   so   zum   Beispiel   hart   daran gearbeitet   eine   Technologie   zu   beschreiben,   die   zumindest   im   Ansatz denkbar erscheint. Im    Fall    von    Star    Trek    XI    hat    man    nicht    nur    hierauf    offensichtlich weitgehend verzichtet. Zur Story Dass    eine    Supernova    für    die    Planeten    ihres    Sonnensystems    die Zerstörung   bedeutet   ist   unbestritten.   Dass   aber   ein   schwarzes   Loch   die Explosion   so   weit   abmindern   kann,   dass   Planeten   diese   überstehen   ist mehr   als   zweifelhaft.   Überdies,   was   wird   aus   den   Planeten,   wenn   ihre Sonne    erloschen    ist?    Sollte    die    betreffende    Sonne    nicht    im    selben System    wie    die    Planeten    sein,    überstehen    diese    die    Explosion    mit Sicherheit.     Gefährlich     wird     nur     die     Gammastrahlung,     die     eine Supernovaexplosion   erzeugt   und   auch   von   einem   Schwarzen   doch   kaum ausreichend absorbiert werden kann. Kurz   gesagt,   die   Zerstörung   von   Romulus   ist   nicht   logisch   dargestellt. Ganz   zu   schweigen   davon   das   Hauptbösewicht   Nero   irgendwie   in   die misslungene   Rettungsaktion   Spocks   mit   eingebaut   wird   und   dann   über das   zu   spät   kreierte   schwarze   Loch   in   die   Vergangenheit   versetzt   wird. Genau   passend   zu   einem   Zeitpunkt,   wo   der   werdende   Vater   von   James T.   Kirk   zusammen   mit   seiner   Frau   an   Bord   eines   Raumschiffs   ist,   dass sich   auch   noch   genau   am   richtigen   Platz   befindet.   Interessant   ist   dabei, dass     die     weit     fortgeschrittenen     Waffen     von     Nero’s     Schiff     die Schutzschirme   der   Kelvin   locker   durchdringen,   das   Schiff   selbst   aber trotz   heftiger   Treffer   noch   recht   lange   manövrierfähig   bleibt.   Abgesehen vom   Autopiloten,   der   aus   Filmstrategischen   Gründen   natürlich   ausfallen muß. Wie   muß   jemand   psychisch   beschaffen   sein,   wenn   er   25   Jahre   lang   in einem,   wenn   auch   recht   großen,   Raumschiff   auf   jemanden   wartet,   den er    eigentlich    nicht    mag?    Und,    weit    interessanter,    wieso    wird    der Betreffende   augenscheinlich   nicht   einen   Tag   älter?   Hält   sich   so   gut,   dass nicht einmal die comicverdächtige Gesichtsbemalung blasser wird. Und   wieso,   oh   Wunder   des   Zufalls,   kommt   Spocks   Raumschiff   mit   25 Jahren   Verspätung   so   termingerecht,   das   Nero   sich   die   Rote   Materie ergattern    kann,    nebst    Technologie,    um    damit    so    passend    Vulkan anzugreifen,   dass   er   Kirk   noch   nebenbei   vom   drohenden   Verweis   retten kann. Da   die   versammelte   Kadettenschaft   ja   nun   die   Raumschiffe,   die   vorher offenbar   keine,   oder   unzureichende   Besatzung,   hatten,   bemannen   muß um gen Vulkan zu eilen. Allerdings      ermöglichen      die      Warptriebwerke,      gemäß      offizieller Publikationen,   eine   leider   nur   relativ   geringe   Überlichtgeschwindigkeit. Warp   4,   was   im   Film   angegeben   wurde,   ist   wenig   mehr   als   100fache Lichtgeschwindigkeit.   Und   das   bedeutet,   dass   ein   Flug   zum   10   Lichtjahre entfernten   Epsilon   Eridani   System,   welches   zumindest   in   einem   der   Star Trek   Bücher   als   Heimatstern   des   Planeten   Vulkan   genannt   wurde,   immer noch 3,65 Tage dauern würde. Zur   schnellen   Reaktion   auf   einen   Notruf   vielleicht   doch   etwas   zuviel   Zeit. Insbesondere,   wenn   der   Gegner   schon   mit   dem   Bohren   beschäftigt   ist. Warum   er   eigentlich   bis   zum   Planetenkern   bohren   muss,   wenn   später diese   ominöse   Rote   Materie   auch   so   zum   Schwarzen   Loch   kollabiert, bleibt ein Weiteres Rätsel. James   Tiberius   Kirk   auf   einem   Planeten   auszusetzen,   anstand   ihn   in einer    Arrestzelle    unterzubringen,    dient    wohl    der    Erweiterung    des Handlungsspielraums.   Ihn   mit   einer   Rettungskapsel   runter   zu   schießen, statt   zur   Station   zu   beamen,   ist   wohl   eine   überaus   logische,   gelebte Materialverschwendung. Erstaunlich   was   es   auf   einem   öden   Eisplaneten   doch   für   große   Tiere   gibt, die,   obwohl   niemals   zuvor   mit   Feuer   konfrontiert,   recht   panisch   vor   einer kleinen   Fackel   abhauen.   Fragt   sich   auch,   welcher   Gott   des   Zufalls   Kirk ausgerechnet   in   die   Höhle   bugsiert   hat   in   der   Spock   gerade   meditierte, oder   sonst   was   über   dem   Lagerfeuer   briet,   für   dass   er   das   Holz   wohl eigens    importiert    hatte.    Anbetracht    der    Nähe    zur    Forschungsstation möglicherweise   wohl   eine   Art   Campingausflug   des   an   Wüstenartige   Hitze gewöhnten Vulkaniers. Ganz   nebenbei   musste   dieser   Eisplanet   noch   ein   Mond   Vulkans   gewesen sein.    Denn    anders    hätte    Spock    von    dort    aus    die    Zerstörung    seines Planeten kaum sehen können. Fragt   sich   nur,   wie   ein   Eismond   neben   einem   Wüstenplaneten   existieren kann.   Und   wieso   er   die   Nähe   zu   diesem   Schwarzen   Loch,   zu   dem   Vulkan wurde, so gut übersteht. Äußerst   praktisch,   ist   auch,   dass   Spock   gleich   auch   eine   Formel   parat hat,   die   alleine   ausreicht   um   einen   Transporter   so   zu   modifizieren,   dass er   einen   Lichtjahre   weiten   Transport   durch   Warpfelder   hindurch   und, zumindest    in    einem    Fall,    zielgenau    auf    festem    Boden    absetzt.    Wer jemals   spontan   die   Luft   anhalten   musste   weiß,   dass   man   es   kaum   länger als        10        Sekunden        schafft.        Also        wäre        eine        gewisse Wiederbelebungsgymnastik   für   den   im   Wassertank   gelandeten   Scotty     kaum utopische Übertreibung gewesen. Zur   Prügelei   auf   Nero’s   Schiff   kann   man   nicht   viel   sagen,   außer   dass   es letztlich   doch   relativ   einfach   war   Pike   zu   befreien   und   das   kleine,   als superschnell    bezeichnete,    Schiff    mit    der    Roten    Materie    zu    stehlen. Pardon,   wieder   in   Besitz   zu   nehmen.Erstaunlich   ist,   dass   die   Enterprise das   Tempo   der   beiden   um   etwa   150   Jahre   moderneren   Schiffe   mitgehen konnte.    Wäre    ja    sonst    nicht    rechtzeitig    zu    Spocks,    Kirks    und    Pikes Rettung   gekommen.   Fragt   sich   nur,   wohin   die   eigentlich   geflogen   sind. Falls   es   wesentlich   weiter   als   bis   zur   Plutobahn   ging,   muß   die   Flugzeit wieder   in   Tagen   gerechnet   werden.   Tage,   in   denen   Kirk   und   Pike   sich dann      recht      erfolgreich      vor      einer      gesamten      Schiffsbesatzung, einschließlich    Schiffscomputer    und    moderner    Sensoren    verstecken konnte. Angesichts   der   Tatsache   das   Spock   letztendlich,   mit   dem   misslungenen Versuch   Romulus   zu   retten   und   der   daraus   resultierenden   Verärgerung Neros,   die   Ursache   für   die   Vernichtung   Vulkans   begründet   hat,   bietet   er am    Ende    eine    für    vulkanische    Verhältnisse    fast    schon    vergnügte Vorstellung. Kennt   man   eigentlich   irgendeine   ordentliche   militärische   Struktur   wo jemand   vom   Kadetten   unmittelbar   zum   Captain   ernannt   wird?   Und   das nicht   nur   auf   einem   Vergnügungsdampfer,   sondern   auf   dem   Flaggschiff der      Flotte?      Bezogen      auf      Karriere      wäre      das      mal      echte Warpgeschwindigkeit.   Und   in   etwa   so,   als   würde   ein   Absolvent   heutiger Militärakademien,    ohne    weitere    Zwischenstufen    Kommandant    eines Flugzeugträgers…. Leider   wissen   wir   aus   der   Originalserie,   dass   James   T.   Kirk,   bevor   er Captain   der   Enterprise   wurde,   auch   auf   anderen   Schiffen   gedient   hat. Unter   anderem   als   Waffenoffizier   im   Kampf   gegen   ein   Energiewesen. Aber   wozu   sich   an   Historie   halten,   nachdem   man   ja   hier   gerade   ein Zeitparadoxon   geschaffen   hat,   mit   dem   man   alle   neuen   und   zukünftigen Ideen     erklären     kann.     Und     gleichzeitig     sind     damit     alle     früheren Geschichten   aus   dem   Star   Trek   Universum   Schnee   von   gestern   und   zwar geschmolzener. Denn   unter   den   Überlebenden   10000   Vulkaniern   dürften   sich,   nur   als Beispiel,   schwerlich   die   Eltern   Tuvoks   finden   lassen,   was   für   die   Voyager Serie gar nicht gut ist. Ist   er   doch   der   Grund   für   den   Flug   in   die   Badlands   und   den   Transport   der Voyager in den Delta-Quadranten. Also   darf   man   gespannt   sein,   was   den   Verantwortlichen   von   Star   Trek nun   einfällt,   bei   dem   Versuch   die   Geschichte   neu   zu   schreiben.   In   jedem Fall hat Paramount den Begriff “Reboot” neu definiert. Special Effects: Ab   einem   gewissen   Szenenschnitttempo   ist   man   versucht   die   Augen   zu schließen, um zerebrale Schäden zu vermeiden. Na ja, das Alter halt.... Einige Decks der Enterprise sehen verdächtig nach Fabrikhallen aus. Sonstiges: Ganz   offensichtlich   gibt   es   auf   dem   Schiff   eine   Altersbegrenzung,   von der   lediglich   Captain   Pike   ausgenommen   war.   Wo   wir   von   Christopher Pike   sprechen.   Schon   heute   gibt   es   Mittel,   die   einem   die   Zunge   lösen können.     Warum     man     in     Zeiten     neurologischer     Scanner     noch irgendwelche   Tierchen   benutzt   und   diese   noch   in   Anlehnung   an   Star   Trek II (Zorn des Kahn) lässt fast schon graue Haare wachsen. Sicher,   es   ist   wohl   schwierig   in   der   heutigen   Zeit   noch   neue   Ideen   zu haben,   aber   musste   es   am   Ende   unbedingt   ein   Kamikaze   Manöver   sein? Wäre   es   nicht   auch   Interessant   gewesen   den   jungen   Spock   gegen   Nero kämpfen   zu   lassen?   Vielleicht   auch   mal   mit   den   Mitteln   vulkanischer Gedankenverschmelzung?    Statt    immer    nur    möglichst    große    Bomben auszupacken. Nero…., war das nicht ein Römischer Kaiser…? Ein    Wort    noch    zu    Zeitreisen.    Tatsächlich    gibt    es    in    der    Astrophysik Theorien   nachdem   die   Zeit   in   der   Nähe   einer   Singularität   (Schwarzem Loch) rückwärts laufen kann. Was   aber   nicht   bedeutet,   dass   man   damit   in   die   Vergangenheit   kommt. Und   lebend,   nach   einem   Sturz   in   selbiges   Schwarzes   Loch,   schon   gar nicht. Fazit: Star   Trek   XI,   ist   ein   moderner   Actionfilm   im   Stil   des   Zeitgeistes.   Mit   dem erklärten    Ziel    die    visuellen    Möglichkeiten    menschlicher    Gehirne    zu testen,   in   der   Hoffnung   dass   diese   damit   derart   abgelenkt   sind,   dass sämtliche   logischen   Fehler,   Ungereimtheiten   und   Irritation   erzeugende Handlungsstränge,      wie      das      reichlich      überstrapaziert      genutzte Zufallsprinzip   und   wohl   auch   die   Romanze   zwischen   Spock   und   Uhura, nicht weiter bemerkt werden. Was   bleibt   ist   ein   visuell   gut   gemachter   Film,   der   durchaus   sehenswert ist,   der   aber   leider   auch   geeignet   ist   leichte   Krämpfe   im   Bauch   der ernsthaft Interessierten zu erzeugen. Den   positivsten   Eindruck   machte   letztlich   das   Design   der   Enterprise,   die, gegenüber   den   vorherigen   Modellen,   zum   Ersten   Mal   den   Eindruck   von echter Stabilität und Robustheit vermittelte.
Unterhaltung: Filmkritik
Herbert Haß