Ich   weiß   nicht,   ob   es   eine   bessere   Methode   gibt   die   Erde   zu   fühlen,   als   eine   Tour   durchs   Hochgebirge. Und ich weiß nicht, warum dies so ist. Auch   wenn   die   Berge,   die   Größe   der   Erde   nicht   ansatzweise   verdeutlichen   können,   so   geben   sie   dem Menschen zumindest einen Eindruck davon, welche Dimensionen unser Planet in Wahrheit hat. Wandert   der   Blick,   von   einem   felsigen   Grat   zu   einem   hunderte   Meter   tiefer   liegenden   Gletscher   und weiter   zu   einem   sich   am   Horizont   spiegelnden   Meer   aus   Berggipfeln,   kann   dies   die   Vorstellung   von   Größe neu definieren. Zeit wird in solchen Momenten bedeutungslos. Das Kletterziel wird zur Nebensache. Die Gedanken werden überlagert vom visuellen Eindruck. Gleichzeitig   gibt   das   Gefühl,   einen   Ort   erreicht   zu   haben,   den   nicht   jeder   mal   einfach   so   eben   erreichen kann, ein positives Leistungsgefühl. Es gibt Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, sowohl die psychischen als auch die physischen betreffend. Die   Frage,   ob   eine   Entscheidung   richtig   oder   falsch   ist,   wird   entschieden   durch   den   Weg,   den   man   wählt und geht. Das   Gefühl,   etwas   geleistet   zu   haben,   nicht,   weil   man   musste,   nicht,   weil   man   den   Auftrag   hatte,   nicht, weil    es    von    einem    erwartet    wurde,    sondern    einzig    und    allein    für    einen    selbst,    kann    eine    innere Zufriedenheit schaffen. In    der    heutigen    Zeit,    in    der    Stress    fast    schon    regelmäßige    Beilage    des    Frühstücks    ist,    kann    die scheinbare Zeitlosigkeit des Bergsteigens wirken wie eine gute Medizin.
‘‘ Der beste Weg zum Unglück ist die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.
Matheisenkar  (der lange Weg zur Alpspitze)
Wilder Freiger
Spuren des Klimawandels: Das obere Bild ist aus August 2015. Das untere Bild ist Ende Juli 1987 aufgenommen
Zuckerhütl im Juni 2015
‘‘ Der Sinn des Unsinnigen…
Als   ich   im   Juli   1987   über   die   Dresdner   Hütte   zur   Hildesheimer   Hütte   aufstieg, herrschte zwischen Schaufeljoch und Eisgrat reger Skibetrieb. Am   nächsten   Tag   ging   es   weiter   zum   Zuckerhütl,   wo   es   gegen   10:00   Uhr   am Gipfel,   trotz   dem   im   Bild   erkennbar   guten   Wetters,   bitterlich   kalt   war.   Nur   eine Stunde   später,   am   Gipfel   des   Wilden   Pfaff,   war   es   dann   jedoch   so   heiß,   dass   alles, bis   aufs   T-Shirt,   in   den   Rucksack   kam.   Den   Abstieg   zur   Müller   Hütte   über   den Pfaffengrat   habe   ich   als   einfachste   Blockkletterei   in   Erinnerung.   Heute   stufe   ich den Grat um eine Nummer schärfer ein.
Bergsteigen
Herbert Haß
Wilder Freiger
Ich   weiß   nicht,   ob   es   eine   bessere   Methode   gibt   die   Erde   zu   fühlen,   als eine Tour durchs Hochgebirge. Und ich weiß nicht, warum dies so ist. Auch     wenn     die     Berge,     die     Größe     der     Erde     nicht     ansatzweise verdeutlichen   können,   so   geben   sie   dem   Menschen   zumindest   einen Eindruck davon, welche Dimensionen unser Planet in Wahrheit hat. Wandert   der   Blick,   von   einem   felsigen   Grat   zu   einem   hunderte   Meter tiefer    liegenden    Gletscher    und    weiter    zu    einem    sich    am    Horizont spiegelnden   Meer   aus   Berggipfeln,   kann   dies   die   Vorstellung   von   Größe neu definieren. Zeit   wird   in   solchen   Momenten   bedeutungslos.   Das   Kletterziel   wird   zur Nebensache. Die Gedanken werden überlagert vom visuellen Eindruck. Gleichzeitig   gibt   das   Gefühl,   einen   Ort   erreicht   zu   haben,   den   nicht   jeder mal einfach so eben erreichen kann, ein positives Leistungsgefühl. Es   gibt   Zutrauen   in   die   eigenen   Fähigkeiten,   sowohl   die   psychischen   als auch die physischen betreffend. Die   Frage,   ob   eine   Entscheidung   richtig   oder   falsch   ist,   wird   entschieden durch den Weg, den man wählt und geht. Das   Gefühl,   etwas   geleistet   zu   haben,   nicht,   weil   man   musste,   nicht, weil   man   den   Auftrag   hatte,   nicht,   weil   es   von   einem   erwartet   wurde, sondern     einzig     und     allein     für     einen     selbst,     kann     eine     innere Zufriedenheit schaffen. In   der   heutigen   Zeit,   in   der   Stress   fast   schon   regelmäßige   Beilage   des Frühstücks    ist,    kann    die    scheinbare    Zeitlosigkeit    des    Bergsteigens wirken wie eine gute Medizin.
Matheisenkar  (der lange Weg zur Alpspitze)
Zuckerhütl im Juni 2015
Spuren des Klimawandels: Das obere Bild ist aus August 2015. Das untere Bild ist Ende Juli 1987 aufgenommen
Als   ich   im   Juli   1987   über   die   Dresdner   Hütte   zur   Hildesheimer   Hütte aufstieg, herrschte zwischen Schaufeljoch und Eisgrat reger Skibetrieb. Am   nächsten   Tag   ging   es   weiter   zum   Zuckerhütl,   wo   es   gegen   10:00 Uhr   am   Gipfel,   trotz   dem   im   Bild   erkennbar   guten   Wetters,   bitterlich   kalt war.   Nur   eine   Stunde   später,   am   Gipfel   des   Wilden   Pfaff,   war   es   dann jedoch   so   heiß,   dass   alles,   bis   aufs   T-Shirt,   in   den   Rucksack   kam.   Den Abstieg   zur   Müller   Hütte   über   den   Pfaffengrat   habe   ich   als   einfachste Blockkletterei   in   Erinnerung.   Heute   stufe   ich   den   Grat   um   eine   Nummer schärfer ein.
‘‘Nicht der Berg tötet Menschen, sondern der Mensch tötet sich am Berg.
Sport: Bergsteigen
‘‘Der beste Weg zum Unglück ist     die Überschätzung der eigenen     Fähigkeiten.
Herbert Haß