All Mountain Ski der Saison 2017/2018 Datum: 19.-21.03.2017 Testort: Sillian Veranstalter: Gü-Sport Schneebedingungen:     Überwiegend     Naturschnee,     sehr sulzig. Was ist die Zukunft von All Mountain? All   Mountain   bedeutet,   dass   man   mit   dem   Ski   sowohl   auf der   Piste,   als   auch   daneben   fahren   kann.   Ungewalzter Naturschnee   also.   Nur   ist   dies   etwas,   was   zunehmend seltener   wird.   Während   früher   die   Berghänge   schon   im Oktober   ordentlich   Schnee   zeigten,   bleiben   sie   heute   oft bis   Dezember   relativ   kahl.   Die   Off   Road   Saison   beginnt sich   zu   verkürzen.   Mehr   noch,   man   kann   sich   auf   die Jahreszeit   nicht   mehr   verlassen.   Also   wartet   man   auf   den nächsten     Schneesturm,     um     einen     Tag     später     zum Skifahren    zu    hetzen.    Gleichzeitig    verändern    sich    die Verhältnisse   auf   den   Pisten.   Mitte   Februar   2017,   Skigebiet Wilder    Kaiser,    11:00    Uhr.    Die    Pisten    wandeln    sich    zu sulzigen   Buckelpisten.   Die   meisten   Skifahrer   kämpfen   sich mit gerutschen Schwüngen die Hänge hinunter. Wohl   dem,   der   einen   All   Mountain   hat,   der   den   Sulz,   egal wie er aussieht, glatt bügelt.
Atomic Vantage 90 CTi,   Länge: 176, Maße: 132/90/115,5 Im   Gegensatz   zum   Vorjahresmodell   ist   der   neue   Vantage   ein   überaus   harmonischer   Ski.   Er   fährt   sich   leicht   und sicher   und   beherrscht   auch   das   weiche   Rollen   von   einer   Kante   zur   anderen.   Dies   ist   nicht   nur   angenehm,   sondern erlaubt   die   Art   entspanntes   Fahren,   die   ich   von   einem   All   Mountain   Ski   erwarte.   Mann   könnte   es   mit   dem   Autofahren vergleichen.   Während   Carving   Ski   Sportwagen   sind,   sollten   All   Mountain   Ski   leichtfüßige   SUV’s   sein.   Und   da   gehört der Vantage zu denen, die man gerne fährt. _____________________________________________________________________________________________ Dynastar Legend X88,   Länge: 173, Maße: 125/88/109 Der   Ski   ist   sportlich,   hat   man   mir   gesagt.   Gut,   habe   ich   gedacht.   Denn   vor   mir   lagen   2,4   Kilometer   rote   Piste. Durchgehend   buckelpistiger   Sulz.   Etwas,   was   dem   Dynastar   nicht   wirklich   gefällt.   Zwar   will   er   sportlich   schnell   da durch,   kann   dabei   aber   kein   Gefühl   von   Sicherheit   vermitteln.   Das   liegt   an   der   Härte   des   Ski’s.   Die   Kantenwechsel erfordern   eine   gewisse   Dynamik.   Für   die   Piste   wäre   Leichtgängikeit   jedoch   besser   gewesen.   Ab   der   Hälfte   der   Strecke begannen   die   Oberschenkel   deutlich   an   Volumen   zuzunehmen.   Gleich   darauf   begann   das   Brennen,   das   eigentlich normaler   Begleitumstand   sportlicher   Tätigkeit   ist.   So   gesehen   stimmt   es   also.   Der   Ski   ist   sportlich.   Aber   ehrlich gesagt,   ich   war   recht   froh,   als   ich   unten   war.   Ich   denke,   der   Dynastar   ist   mehr   dafür   ausgelegt,   auch   auf   harter   Piste noch griffig zu sein. Daher ist er für mich nur bedingt ein All Mountain. _____________________________________________________________________________________________ Blizzard Quattro IQ 8.0 TI,   Länge: 174, Maße: 125/80/108 Bei   den   ersten   Schwüngen   wirkt   der   Ski   agil.   Das   ändert   sich   bei   höherem   Tempo   und   tieferem   Sulz.   Dann   wirkt   er am   Fuß   zuweilen   etwas   unruhig.   Und   das   zwingt   die   Konzentration   auf   Skiführung   und   insbesondere   auf’s   Heck.   Denn das   Heck   mag   keine   Fehler.   Deshalb   sollte   man   ihn   eher   vorlastig   fahren.   Der   Ski   ist   einer,   der   auf   eine   bestimmte   Art gefahren werden will. Wer das mag, wird ihn mögen. _____________________________________________________________________________________________ Elan Amphibio XTi   Länge: 182, Maße: 131/84/112 Man   sollte   meinen,   dass   ein   Ski,   der   10   Zentimeter   größer   ist,   als   man   selbst,   eher   für   Abfahrten   gedacht   ist,   als   für kurvenreiches   Cruisen.   Weit   gefehlt.   Tatsächlich   wirkt   er   am   Fuß,   als   wäre   er   deutlich   kürzer.      Und   der   Ski   macht Spaß.   Richtig   Spaß.   Denn   man   kann   ihn   wirklich   agil   fahren.   Man   kann   ihn   überaus   hart   fahren,   aber   auch   spielerisch weich.   Dabei   ist   ihm   das   Gelände   ziemlich   egal.   Sulz,   Schneehaufen,   war   da   was?   Der   Ski   gehört   zu   meinen persönlichen Favoriten. _____________________________________________________________________________________________ Fischer Pro MTN 86 TI,   Länge: 175, Maße: 128/86/114 Kurzfassung: Spurstabil, präzise führbar, knackig zu fahren und griffiges Gefühl. Vielleicht   ist   er   eine   Spur   zu   hart,   um   wirklich   spielerisch   zu   sein.   Aber   muss   es   immer   spielerisch   sein?   Bestimmt nicht der persönliche Geschmack, was sich gut anfühlt? Der Ski ist erstklassig. Aber er hat auch eine eigene Note. _____________________________________________________________________________________________ Fischer Ranger 90,   Länge: 186, Maße: 125/88/109 Der   beste   Ranger,   den   ich   je   gefahren   bin,   war   das   Modell   2014/15.   Die   Besonderheit   der   darauf   folgenden   Modelle, ist   eine   konische   Bauform   im   Mittelteil   des   Ski.   Diese   findet   man   übrigens   auch   beim   Scott   “The   Ski”.   Der   Vorteil   der konischen   Bauform   ist   eine   wesentliche   Verbesserung   der   Steifigkeit.   Um   das   auszugleichen,   hat   der   Ranger   einen fast schon überdimensionierten Rocker. Wie   er   sich   fährt   ?   Kurz   gesagt:   Eigenwillig.   Ihn   auf   die   Kante   zu   bringen,   erfordert   einen   deutlichen   Impuls.   Schnelle Kantenwechsel   mag   er   überhaupt   nicht.   Und   überraschenderweise   ist   Sulz   nicht   sein   Terrain.   Fährt   man   über   eine Serie   von   Schneeverwerfungen,   fühlt   es   sich   an   wie   Kopfsteinpflaster.   Ich   kann   nicht   anders,   als   den   Ski   als Spezialisten   zu   sehen.   Und   würde   ihn   gerne   mal   im   Tiefschnee   ausprobieren.   Auf   harter   Piste   dürfte   er   auch funktionieren. Jedenfalls auf seine Art. Ich sehe ihn als speziellen Ski für Spezialisten. _____________________________________________________________________________________________ Head Monster 88,   Länge: 177, Maße: 133/88/114 Mit   gemischten   Gefühlen   habe   ich   den   Monster   in   die   Hand   genommen.   Denn   das   Vorjahresmodell   war   ein   Ski,   der   in die   Hände   von   Spezialisten   gehörte.   Er   war   auch   der   einzige   Ski,   der   mich   im   Tiefschnee   ohne   erkennbaren   Grund abgeworfen hat. Entsprechend   vorsichtig   bin   ich   in   die   Bindung   gestiegen.   Um   gleich   darauf   positiv   überrascht   zu   werden.   Um   es vorweg   zu   sagen,   das   Monster   ist   kein   Fan   von   Serpentinen.   Häufige   Kurvenwechsel   mag   er   nicht.   Was   er   will,   ist geradeaus   und   lange   Radien.   Fährt   man   ihn   so,   wie   er   es   will,   dann   baut   er   sich   seine   eigene   Eisenbahn.   Wie   auf Schienen   zieht   er   seine   Spur   in   die   Piste.   Kurs   setzen,   anschnallen,   Vollgas.   Vollbremsung?   Kein   Problem.   Wedeln? Eher   nicht.   Braucht   es   auch   nicht.   Normalerweise   erwähne   ich   Designs   ja   nicht.   Aber   dieses   finde   ich   so   gut,   dass   ich beim Fahren fast mehr auf die Ski, als auf die Umgebung geschaut habe. _____________________________________________________________________________________________ K2 Konic 84   Länge: 170, Maße: 133/84/112 Eigentlich   deutet   es   das   Verhältnis   zwischen   Schaufelbreite   und   Taillierung   schon   an,   der   Konic   ist   eine   Art   All Mountain Carver. Dementsprechend   ist   er   sehr   leichtgängig   und   überaus   drehfreudig.   Er   liebt   es   geradezu,   auf   der   Kante   zu   stehen   und wechselt   spielerisch   von   links   nach   rechts.   Der   Ski   ist   tempostabil   und   schafft   auf   Anhieb   Vertrauen.   Ich   würde sagen, dass er noch fahrbarer ist, als das Vorjahresmodell. _____________________________________________________________________________________________ K2 Pinnacle 85,   Länge: 177, Maße: 128/85/112 Nicht   nur   das   Design   ist   wesentlich   besser,   als   das   Blau   des   Vojahresmodells.   Im   ersten   Moment   fühlen   sich   die 177cm   des   Ski   etwas   lang   an.   Das   änderte   sich,   als   ich   ihn   das   erste   Mal   auf   die   Kante   stelle.   Sofort   bin   ich   auf Tempo   und   ändere   abrupt   die   Richtung.   Etwas,   was   dem   Ski   sichtlich   Spaß   macht.   Mein   Vertrauen   ist   spontan grenzenlos.   Dementsprechend   ist   meine   Fahrweise.   Mit   Vollgas   durchs   “Gelände”   (Piste   mit   Sulz   und   Schneehaufen). So   fühlt   es   sich   an.   Ob   weiche   gezogene   Kurven   oder   ein   brutales   Herumreißen,   der   Pinnacle   macht   alles   mit.   Wirkt dabei ebenso sicher wie gelassen.  Wäre ich nicht zum Testen hier, würde ich ihn so schnell nicht zurück geben. _____________________________________________________________________________________________ Nordica GT Ti,   Länge: 180, Maße: 134/84/114 Für   einen   All   Mountain   ist   mir   der   Nordica   etwas   zu   sehr   auf   Sportlichkeit   getrimmt.   Fährt   man   ihn   entspannt   mittig, neigt   er   zu   Unruhe.   Auch   das   Heck   zeigt   dann   Eigensinnigkeit.   Fährt   man   ihn   vorlastig,   ist   er   hingegen   präzise   und spurtreu.   Für   Sulz   ist   das   nicht   unbedingt   die   beste   Abstimmung.   Trotzdem,   fährt   man   ihn   so,   wie   er   gefahren werden will, hat man einen sportlichen All Mountain. _____________________________________________________________________________________________ Rossignol Experience   Länge: 170, Maße: 133/84/112 Der   Ski   fühlt   sich   am   Fuß   auf   Anhieb   leicht   an.   Vielleicht   etwas   zu   leicht.   Ebenso   wie   der   Nordica   neigt   er   zu   Unruhe, wenn   man   ihn   nicht   betont   vorlastig   fährt.   Tut   man   das,   hat   man   einen   recht   sportlich   wirkenden   All   Mountain   unter den Füßen. Die   Fahreigenschaften   des   Rossignol,   Nordica   und   Blizzard   lassen   in   mir   einen   Verdacht   entstehen.   Leider   konnte   ich es,   aufgrund   der   Schneeverhältnisse,   nicht   testen,   aber   mein   Eindruck   ist,   dass   die   Betonung   auf   ein   vorlastiges Fahren   vorteilhaft   ist,   wenn   man   auf   harten   Kunstschneepisten   unterwegs   ist.   (Siehe   Vorwort   zum   Test   Carving   Ski 2017.) _____________________________________________________________________________________________ Salomon XTR 84 TI  Länge: 170, Maße: 131/84/114 Diesen   Ski   konnte   ich   direkt   nach   dem   Atomic   Vantage   testen.   Der   Salomon   ist   ähnlich   angenehm   zu   fahren.   Rollt sogar   noch   etwas   weicher   über   die   Kanten.   Auch   ist   er   etwas   leichtfüßiger   zu   fahren.   Etwas,   das   nur   bedingt   ein Vorteil   ist.   Zuweilen   muss   man   ein   wenig   auf   die   Skiführung   achten.   Und   auch   mal   etwas   korrigieren.   Es   wirkt   zwar nie   wirklich   unruhig   oder   gar   störend,   bringt   einen   aber   dazu,   etwas   mehr   auf   die   Skiführung   zu   achten.   Man   bezahlt also die höhere Leichtgängigkeit mit etwas mehr Achtsamkeit. _____________________________________________________________________________________________ Völkl RTM 84,   Länge: 177, Maße: 131/84/112 Kurz vor Ende der Testfahrt hätte ich mich nicht gewundert, wenn der Völkl auch auf blankem Gras funktioniert hätte. Ich   will   jetzt   keine   Lobeshymne   singen,   aber   Tatsache   ist,   das   der   Ski   erstklassig   funktioniert.   Vollkommen   egal,   was ich     mit     ihm     gemacht     habe,     ob     schnelle     Schwünge,     lange     Radien,     Vollbremsungen,     Vollgas,     abrupte Richtungsänderungen   oder   mitten   durch   den   Sulzhaufen,   der   Ski   macht   nicht   nur   alles   mit,   sondern   vermittelt   dabei auch absolutes Vertrauen. _____________________________________________________________________________________________
Getestete Ski Atomic Vantage Blizzard Quattro Dynastar Legend X88 Elan Amphibio XTi 84 Fischer Pro MTN 86Ti Fischer Ranger 90 Head Monster 88 K2 Konic 84 Ti K2 Pinnacle 85 Nordica GT TI Rossignol Experience Salomon XTR 84 TI Völkl RTM 84
Fazit: Ich    neige    dazu,    die    All    Mountain    Ski    in    zwei    Kategorien    einzuordnen.    Die    eine    ist    für    Ski,    die    mehr    zum Geländefahren   tendieren.   Bei   den   anderen   habe   ich   die   Vermutunng,   dass   man   sie   für   harten   Kunstschnee   optimieren wollte.   Das   ist   jedoch   nicht   die   Art,   wie   ich   einen   All   Mountain   Ski   sehe.   Daher   bleibe   ich   weiter   Fan   von   K2,   Elan   und Völkl. Wertung: Platzierungen zu vergeben, das wird den Ski nicht wirklich gerecht. Daher ordne ich sie in Kategorien.
Meine Favoriten Atomic Vantage Elan Amphibio XTi 84 K2 Pinnacle 85 Völkl RTM 84
Die Allrounder Erlauben unterschiedliche Fahrweisen Atomic Vantage Elan Amphibio XTi 84 K2 Konic 84 Ti K2 Pinnacle 85 Salomon XTR 84 TI Völkl RTM 84
Die Spezialisten Erfordern bestimmte Fahrweisen Blizzard Quattro Dynastar Legend X88 Fischer Pro MTN 86Ti Fischer Ranger 90 Head Monster Nordica GT TI Rossignol XPerience
Skifahren
Herbert Haß
All Mountain Ski der Saison 2017/2018 Datum: 19.-21.03.2017 Testort: Sillian Veranstalter: Gü-Sport Schneebedingungen:          Überwiegend Naturschnee, sehr sulzig. Was ist die Zukunft von All Mountain? All   Mountain   bedeutet,   dass   man   mit dem   Ski   sowohl   auf   der   Piste,   als   auch daneben     fahren     kann.     Ungewalzter Naturschnee also. Nur    ist    dies    etwas,    was    zunehmend seltener wird. Während   früher   die   Berghänge   schon im   Oktober   ordentlich   Schnee   zeigten, bleiben    sie    heute    oft    bis    Dezember relativ kahl. Die   Off   Road   Saison   beginnt   sich   zu verkürzen.   Mehr   noch,   man   kann   sich auf      die      Jahreszeit      nicht      mehr verlassen. Also    wartet    man    auf    den    nächsten Schneesturm,    um    einen    Tag    später zum Skifahren zu hetzen. Gleichzeitig       verändern       sich       die Verhältnisse auf den Pisten. Mitte    Februar    2017,    Skigebiet    Wilder Kaiser,   11:00   Uhr.   Die   Pisten   wandeln sich     zu     sulzigen     Buckelpisten.     Die meisten    Skifahrer    kämpfen    sich    mit gerutschen     Schwüngen     die     Hänge hinunter. Wohl   dem,   der   einen   All   Mountain   hat, der    den    Sulz,    egal    wie    er    aussieht, glatt bügelt.
Getestete Ski Atomic Vantage Blizzard Quattro Dynastar Legend X88 Elan Amphibio XTi 84 Fischer Pro MTN 86Ti Fischer Ranger 90 Head Monster 88 K2 Konic 84 Ti K2 Pinnacle 85 Nordica GT TI Rossignol Experience Salomon XTR 84 TI Völkl RTM 84
Fazit: Ich   neige   dazu,   die   All   Mountain   Ski   in   zwei   Kategorien   einzuordnen.   Die eine    ist    für    Ski,    die    mehr    zum    Geländefahren    tendieren.    Bei    den anderen   habe   ich   die   Vermutunng,   dass   man   sie   für   harten   Kunstschnee optimieren    wollte.    Das    ist    jedoch    nicht    die    Art,    wie    ich    einen    All Mountain Ski sehe. Daher bleibe ich weiter Fan von K2, Elan und Völkl. Wertung: Platzierungen zu vergeben, das wird den Ski nicht wirklich gerecht. Daher ordne ich sie in Kategorien.
Meine Favoriten Atomic Vantage Elan Amphibio XTi 84 K2 Pinnacle 85 Völkl RTM 84
Die Allrounder Erlauben unterschiedliche Fahrweisen Atomic Vantage Elan Amphibio XTi 84 K2 Konic 84 Ti K2 Pinnacle 85 Salomon XTR 84 TI Völkl RTM 84
Die Spezialisten Erfordern bestimmte Fahrweisen Blizzard Quattro Dynastar Legend X88 Fischer Pro MTN 86Ti Fischer Ranger 90 Head Monster Nordica GT TI Rossignol XPerience
Atomic Vantage 90 CTi,   Länge: 176, Maße: 132/90/115,5 Im   Gegensatz   zum   Vorjahresmodell   ist   der   neue   Vantage   ein   überaus harmonischer   Ski.   Er   fährt   sich   leicht   und   sicher   und   beherrscht   auch   das weiche   Rollen   von   einer   Kante   zur   anderen.   Dies   ist   nicht   nur   angenehm, sondern    erlaubt    die    Art    entspanntes    Fahren,    die    ich    von    einem    All Mountain   Ski   erwarte.   Mann   könnte   es   mit   dem   Autofahren   vergleichen. Während    Carving    Ski    Sportwagen    sind,    sollten    All    Mountain    Ski leichtfüßige   SUV’s   sein.   Und   da   gehört   der   Vantage   zu   denen,   die   man gerne fährt. __________________________________________________________ Dynastar Legend X88,   Länge: 173, Maße: 125/88/109 Der   Ski   ist   sportlich,   hat   man   mir   gesagt.   Gut,   habe   ich   gedacht.   Denn vor   mir   lagen   2,4   Kilometer   rote   Piste.   Durchgehend   buckelpistiger   Sulz. Etwas,   was   dem   Dynastar   nicht   wirklich   gefällt.   Zwar   will   er   sportlich schnell   da   durch,   kann   dabei   aber   kein   Gefühl   von   Sicherheit   vermitteln. Das    liegt    an    der    Härte    des    Ski’s.    Die    Kantenwechsel    erfordern    eine gewisse    Dynamik.    Für    die    Piste    wäre    Leichtgängikeit    jedoch    besser gewesen.   Ab   der   Hälfte   der   Strecke   begannen   die   Oberschenkel   deutlich an    Volumen    zuzunehmen.    Gleich    darauf    begann    das    Brennen,    das eigentlich   normaler   Begleitumstand   sportlicher   Tätigkeit   ist.   So   gesehen stimmt   es   also.   Der   Ski   ist   sportlich.   Aber   ehrlich   gesagt,   ich   war   recht froh,   als   ich   unten   war.   Ich   denke,   der   Dynastar   ist   mehr   dafür   ausgelegt, auch auf harter Piste noch griffig zu sein. Daher ist er für mich nur bedingt ein All Mountain. __________________________________________________________ Blizzard Quattro IQ 8.0 TI,   Länge: 174, Maße: 125/80/108 Bei    den    ersten    Schwüngen    wirkt    der    Ski    agil.    Das    ändert    sich    bei höherem   Tempo   und   tieferem   Sulz.   Dann   wirkt   er   am   Fuß   zuweilen   etwas unruhig.     Und     das     zwingt     die     Konzentration     auf     Skiführung     und insbesondere   auf’s   Heck.   Denn   das   Heck   mag   keine   Fehler.   Deshalb   sollte man   ihn   eher   vorlastig   fahren.   Der   Ski   ist   einer,   der   auf   eine   bestimmte Art gefahren werden will. Wer das mag, wird ihn mögen. __________________________________________________________ Elan Amphibio XTi   Länge: 182, Maße: 131/84/112 Man   sollte   meinen,   dass   ein   Ski,   der   10   Zentimeter   größer   ist,   als   man selbst,   eher   für   Abfahrten   gedacht   ist,   als   für   kurvenreiches   Cruisen.   Weit gefehlt.   Tatsächlich   wirkt   er   am   Fuß,   als   wäre   er   deutlich   kürzer.      Und   der Ski   macht   Spaß.   Richtig   Spaß.   Denn   man   kann   ihn   wirklich   agil   fahren. Man   kann   ihn   überaus   hart   fahren,   aber   auch   spielerisch   weich.   Dabei   ist ihm   das   Gelände   ziemlich   egal.   Sulz,   Schneehaufen,   war   da   was?   Der   Ski gehört zu meinen persönlichen Favoriten. __________________________________________________________ Fischer Pro MTN 86 TI,   Länge: 175, Maße: 128/86/114 Kurzfassung:   Spurstabil,   präzise   führbar,   knackig   zu   fahren   und   griffiges Gefühl. Vielleicht   ist   er   eine   Spur   zu   hart,   um   wirklich   spielerisch   zu   sein.   Aber muss    es    immer    spielerisch    sein?    Bestimmt    nicht    der    persönliche Geschmack,   was   sich   gut   anfühlt?   Der   Ski   ist   erstklassig.   Aber   er   hat auch eine eigene Note. __________________________________________________________ Fischer Ranger 90,   Länge: 186, Maße: 125/88/109 Der   beste   Ranger,   den   ich   je   gefahren   bin,   war   das   Modell   2014/15.   Die Besonderheit   der   darauf   folgenden   Modelle,   ist   eine   konische   Bauform   im Mittelteil   des   Ski.   Diese   findet   man   übrigens   auch   beim   Scott   “The   Ski”. Der   Vorteil   der   konischen   Bauform   ist   eine   wesentliche   Verbesserung   der Steifigkeit.    Um    das    auszugleichen,    hat    der    Ranger    einen    fast    schon überdimensionierten Rocker. Wie   er   sich   fährt   ?   Kurz   gesagt:   Eigenwillig.   Ihn   auf   die   Kante   zu   bringen, erfordert    einen    deutlichen    Impuls.    Schnelle    Kantenwechsel    mag    er überhaupt   nicht.   Und   überraschenderweise   ist   Sulz   nicht   sein   Terrain. Fährt   man   über   eine   Serie   von   Schneeverwerfungen,   fühlt   es   sich   an   wie Kopfsteinpflaster.   Ich   kann   nicht   anders,   als   den   Ski   als   Spezialisten   zu sehen.   Und   würde   ihn   gerne   mal   im   Tiefschnee   ausprobieren.   Auf   harter Piste   dürfte   er   auch   funktionieren.   Jedenfalls   auf   seine   Art.   Ich   sehe   ihn als speziellen Ski für Spezialisten. __________________________________________________________ Head Monster 88,   Länge: 177, Maße: 133/88/114 Mit   gemischten   Gefühlen   habe   ich   den   Monster   in   die   Hand   genommen. Denn   das   Vorjahresmodell   war   ein   Ski,   der   in   die   Hände   von   Spezialisten gehörte.   Er   war   auch   der   einzige   Ski,   der   mich   im   Tiefschnee   ohne erkennbaren Grund abgeworfen hat. Entsprechend   vorsichtig   bin   ich   in   die   Bindung   gestiegen.   Um   gleich darauf    positiv    überrascht    zu    werden.    Um    es    vorweg    zu    sagen,    das Monster   ist   kein   Fan   von   Serpentinen.   Häufige   Kurvenwechsel   mag   er nicht.   Was   er   will,   ist   geradeaus   und   lange   Radien.   Fährt   man   ihn   so,   wie er   es   will,   dann   baut   er   sich   seine   eigene   Eisenbahn.   Wie   auf   Schienen zieht    er    seine    Spur    in    die    Piste.    Kurs    setzen,    anschnallen,    Vollgas. Vollbremsung?   Kein   Problem.   Wedeln?   Eher   nicht.   Braucht   es   auch   nicht. Normalerweise   erwähne   ich   Designs   ja   nicht.   Aber   dieses   finde   ich   so gut,   dass   ich   beim   Fahren   fast   mehr   auf   die   Ski,   als   auf   die   Umgebung geschaut habe. __________________________________________________________ K2 Konic 84   Länge: 170, Maße: 133/84/112 Eigentlich     deutet     es     das     Verhältnis     zwischen     Schaufelbreite     und Taillierung schon an, der Konic ist eine Art All Mountain Carver. Dementsprechend   ist   er   sehr   leichtgängig   und   überaus   drehfreudig.   Er liebt   es   geradezu,   auf   der   Kante   zu   stehen   und   wechselt   spielerisch   von links    nach    rechts.    Der    Ski    ist    tempostabil    und    schafft    auf    Anhieb Vertrauen.    Ich    würde    sagen,    dass    er    noch    fahrbarer    ist,    als    das Vorjahresmodell. __________________________________________________________ K2 Pinnacle 85,   Länge: 177, Maße: 128/85/112 Nicht     nur     das     Design     ist     wesentlich     besser,     als     das     Blau     des Vojahresmodells.   Im   ersten   Moment   fühlen   sich   die   177cm   des   Ski   etwas lang   an.   Das   änderte   sich,   als   ich   ihn   das   erste   Mal   auf   die   Kante   stelle. Sofort   bin   ich   auf   Tempo   und   ändere   abrupt   die   Richtung.   Etwas,   was dem   Ski   sichtlich   Spaß   macht.   Mein   Vertrauen   ist   spontan   grenzenlos. Dementsprechend    ist    meine    Fahrweise.    Mit    Vollgas    durchs    “Gelände” (Piste   mit   Sulz   und   Schneehaufen).   So   fühlt   es   sich   an.   Ob   weiche gezogene   Kurven   oder   ein   brutales   Herumreißen,   der   Pinnacle   macht alles   mit.   Wirkt   dabei   ebenso   sicher   wie   gelassen.      Wäre   ich   nicht   zum Testen hier, würde ich ihn so schnell nicht zurück geben. __________________________________________________________ Nordica GT Ti,   Länge: 180, Maße: 134/84/114 Für   einen   All   Mountain   ist   mir   der   Nordica   etwas   zu   sehr   auf   Sportlichkeit getrimmt.   Fährt   man   ihn   entspannt   mittig,   neigt   er   zu   Unruhe.   Auch   das Heck   zeigt   dann   Eigensinnigkeit.   Fährt   man   ihn   vorlastig,   ist   er   hingegen präzise    und    spurtreu.    Für    Sulz    ist    das    nicht    unbedingt    die    beste Abstimmung.   Trotzdem,   fährt   man   ihn   so,   wie   er   gefahren   werden   will, hat man einen sportlichen All Mountain. __________________________________________________________ Rossignol Experience   Länge: 170, Maße: 133/84/112 Der   Ski   fühlt   sich   am   Fuß   auf   Anhieb   leicht   an.   Vielleicht   etwas   zu   leicht. Ebenso   wie   der   Nordica   neigt   er   zu   Unruhe,   wenn   man   ihn   nicht   betont vorlastig   fährt.   Tut   man   das,   hat   man   einen   recht   sportlich   wirkenden   All Mountain unter den Füßen. Die   Fahreigenschaften   des   Rossignol,   Nordica   und   Blizzard   lassen   in   mir einen     Verdacht     entstehen.     Leider     konnte     ich     es,     aufgrund     der Schneeverhältnisse,    nicht    testen,    aber    mein    Eindruck    ist,    dass    die Betonung   auf   ein   vorlastiges   Fahren   vorteilhaft   ist,   wenn   man   auf   harten Kunstschneepisten   unterwegs   ist.   (Siehe   Vorwort   zum   Test   Carving   Ski 2017.) __________________________________________________________ Salomon XTR 84 TI  Länge: 170, Maße: 131/84/114 Diesen    Ski    konnte    ich    direkt    nach    dem    Atomic    Vantage    testen.    Der Salomon   ist   ähnlich   angenehm   zu   fahren.   Rollt   sogar   noch   etwas   weicher über   die   Kanten.   Auch   ist   er   etwas   leichtfüßiger   zu   fahren.   Etwas,   das   nur bedingt   ein   Vorteil   ist.   Zuweilen   muss   man   ein   wenig   auf   die   Skiführung achten.    Und    auch    mal    etwas    korrigieren.    Es    wirkt    zwar    nie    wirklich unruhig   oder   gar   störend,   bringt   einen   aber   dazu,   etwas   mehr   auf   die Skiführung   zu   achten.   Man   bezahlt   also   die   höhere   Leichtgängigkeit   mit etwas mehr Achtsamkeit. __________________________________________________________ Völkl RTM 84,   Länge: 177, Maße: 131/84/112 Kurz   vor   Ende   der   Testfahrt   hätte   ich   mich   nicht   gewundert,   wenn   der Völkl auch auf blankem Gras funktioniert hätte. Ich   will   jetzt   keine   Lobeshymne   singen,   aber   Tatsache   ist,   das   der   Ski erstklassig    funktioniert.    Vollkommen    egal,    was    ich    mit    ihm    gemacht habe,   ob   schnelle   Schwünge,   lange   Radien,   Vollbremsungen,   Vollgas, abrupte   Richtungsänderungen   oder   mitten   durch   den   Sulzhaufen,   der   Ski macht    nicht    nur    alles    mit,    sondern    vermittelt    dabei    auch    absolutes Vertrauen. __________________________________________________________
Sport: Skitest
Herbert Haß