Carving Ski der Saison 2017/2018 Datum: 19.-21.03.2017 Testort: Sillian Veranstalter: Gü-Sport Schneebedingungen:     Überwiegend     Naturschnee,     sehr sulzig. Auf    der    einen    Seite    gut    präparierte    Pisten,    auf    der anderen   Seite   braungrüne   Berghänge.   Ein   Anblick,   den man nicht wirklich malerisch nennen kann. Kräftiger    Fönwind    bringt    am    19.03.    sogar    die    größte Sesselbahn     zum     Stillstand.     Und     gibt     nebenbei     der Talabfahrt   den   Gnadenstoß.   Die   Bedingungen   bestimmen den   Ablauf   des   Tests.   Morgens,   bei   einigermaßen   harter Piste,   sind   die   Carving   Ski   dran.   Ab   ca.   11:00   Uhr   heißt   es All   Mountain   Test   auf   Sulz.   Schon   nach   den   ersten   Tests lässt   sich   etwas   feststellen.   Sowohl   die   Carving   als   auch die       All       Mountain       Ski       sind       hinsichtlich       der Schneebedingungen    flexibler    und    damit    auch    fahrbarer geworden.   Und   das   ist   genau   die   richtige   Entwicklung, wenn    man    bedenkt,    dass    die    Zukunft    des    Skifahrens Kunstschnee heißen wird.
Atomic Redster G9  Länge: 170, Maße: 109/68/99,5 Kann   ein   so   schmaler   Ski   auch   Sulz?   Er   kann!   Was   er   sonst   noch   kann?   Alles!   Das   klingt   jetzt   ein   wenig   lapidar.   Also etwas   enthusiatischer   formuliert,   der   Ski   ist   ein   wilder   Hund.   Eine   rallyeartige   Fahrmaschine.   Und   dabei   ist   er   auch noch   leicht   beherrschbar.   Er   reagiert   präzise   auf   jedes   Manöver.   Er   ist   ebenso   agil   wie   schnell.   Und   er   macht   so   viel Spaß, dass man ihn nicht zurück geben möchte. ______________________________________________________________________________________________ Atomic Redster X9  Länge: 181, Maße: 115/65,5/100,5 Eigentlich   hatte   ich   schon   Feierabend.   Dritter   Testtag   und   23   geteste   Ski.   Irgendwann   darf   es   genug   sein.   Eigentlich wollte   ich   noch   einmal   den   Fischer   Progressor   fahren.   Nur   so   zum   Spaß.   Der   war   aber   nicht   da,   weshalb   mir   der Servicemann   von   Atomic   den   Redster   X9   vor   die   Nase   legte.   181?   Als   Racecarver?   “Fahr   ihn.”   sagte   er   nur.   Dann   fiel mein   Blick   auf   die   Taillierung.   “Jetzt   bin   ich   richtig   gespannt!”   habe   ich   gesagt.   “Fahr   ihn!”   sagte   er   nur.   Was   soll   ich sagen, ich bin ihn gefahren. Und zwar doppelt so lange wie alle anderen. Warum? “Fahrt ihn!” sage ich nur. Der   Redster   X9   ist   der   lebendigste   Ski,   den   ich   je   unter   den   Füßen   hatte.   Er   lässt   sich   auf   eine   Art   fahren,   wie   ich   es noch   bei   keinem   anderen   Ski   erlebt   habe.   Und   fährt   man   ihn   so,   wie   er   gefahren   werden   kann,   macht   er   unheimlich viel   Spaß.   Er   ist   der   erste   Ski,   der   mich   außer   Atem   brachte,   ohne   dass   in   den   Beinen   auch   nur   der   Hauch   eines Brennes zu spüren war. Noch   ein   kleiner   Hinweis.   Der   Ski   möchte,   dass   man   ihm   vertraut.   Tut   man   das,   lässt   er   einen   auch   im   tiefsten   Sulz nicht im Stich. ______________________________________________________________________________________________ Blizzard SRC,   Länge: 170, Maße: 121/70/106 Das   Ding   ist   ein   Rennpferd.   Wie   erkläre   ich   das   am   besten?   Man   stelle   sich   vor,   man   setzt   sich   auf   ein   Pferd   und   es beginnt   zu   galoppieren.   Wenn   man   jetzt   daran   denkt,   durchgeschüttelt   zu   werden,   weit   gefehlt!   Denn   der   Ski   ist   zwar eine   wilde   Kiste,   verfügt   aber   trotzdem   über   hervorragende   Stoßdämpfer.   Das   macht   ihn   ebenso   agil,   wie   sicher.   Und auf   harten   Pisten   fühlt   er   sich   ebenso   wohl   wie   im   Sulz.   Um   es   kurz   zu   machen,   der   Ski   hat   einen   echten   Spaßfaktor. Traurig ist einzig der Moment, wenn man das Ende der Piste erreicht. ______________________________________________________________________________________________ Elan Arrow GSC,   Länge: 175, Maße: 110/69/94 Speziell   bei   geringem   Tempo   ist   der   Elan   nicht   besonders   reaktionsfreudig.   Fährt   man   ihn   schneller,   wird   es   deutlich spaßiger.   Was   er   besonders   gut   kann,   sind   Drifts.   Schon   leichter   Druck   auf’s   Heck   genügt.   In   dem   Bereich   ist   der   Ski auf   seine   Art   agil.   Man   muss   ihn   zwar   so   nicht   fahren,   aber   es   macht   durchaus   Spaß.   Vielleicht   ist   dieses   leicht kontrollierbare Heck auch der Grund dafür, dass er sich auch im tiefsten Sulz absolut leicht bewegen lässt. ______________________________________________________________________________________________ Fischer Progressor F18,   Länge: 167, Maße: 122/74/103 Den   Ski   habe   ich   gegen   14:00   Uhr   getestet.   Warum   das   wichtig   ist?   Weil   keine   einzige   Piste   mehr   ohne   Sulz   war.   Und alle   mit   mehr   als   30   Grad   Neigung   waren   Buckelpisten.   Eigentlich   nichts   für   Carving   Ski.   Sollte   man   meinen.   Tatsache aber   ist,   dass   praktisch   alle   von   mir   getesteten   Carving   Ski   mit   Sulz   bestens   zurecht   kamen.   Einige   davon   sogar deutlich besser, als so mancher All Mountain! Was   mich   am   Progressor   begeistert   hat,   ist   seine   Agilität.   Wedeln?   Kleinste   Impulse   reichen.   Und   die   Wechsel   von links   nach   rechts   gehen   fast   schon   unverschämt   schnell.   Ich   habe   kaum   einen   anderen   Ski   unter   den   Füßen   gehabt, den man so leicht aus der Hüfte heraus fahren kann. Der Progressor ist eine absolute Spaßmaschine. ______________________________________________________________________________________________ Fischer RC 4,   Länge: 170, Maße: 122/68/103 Der   Ski   ist   ein   kompromissloser   Racer.   Fährt   man   ihn   langsam,   wirkt   er   fast   schon   träge.   Aber   schon,   wenn   man   ihn nur   etwas   zügiger   fährt,   beginnt   er   seine   Stärken   auszuspielen.   Präzise   Reaktion,   Präzise   Spurtreue   und   knackige Kantenwechsel.   Dabei   wirkt   er   straff,   aber   nicht   zu   hart.   Alle   die   mehr   wollen,   als   betont   langsames   Rumcruisen,   sind mit   dem   RC4   bestens   bedient.   Was   mir   besonders   gefallen   hat,   ist,   wie   dynamisch   man   ihn   abrupt   auf   die   Kante stellen kann. ______________________________________________________________________________________________ Head SuperShape,   Länge: 170, Maße: 124/68/104 Ich   bin   den   Head   SuperShape   direkt   nach   dem   Fischer   RC4   gefahren.   Was   einen   direkten   Vergleich   ermöglicht.   Der Head   ist   deutlich   leichtgängiger.   Fühlt   sich   insgesamt   weicher   an,   was   einen   angenehmen,   kraftsparenden   Fahrstil erlaubt.   Dabei   ist   er   kaum   langsamer,   als   der   RC4.   Man   könnte   von   gleichen   Fahrleistungen   sprechen,   wobei   der   Head sich weicher und sanfter anfühlt. Wo hingegen die Dynamik des RC4 etwas mehr Lebendigkeit vermittelt. ______________________________________________________________________________________________ K2 Turbo Charger,  Länge: 165, Maße: 129/72/107 Typisch   K2,   man   stellt   sich   drauf   und   ist   daheim.   Der   Ski   fragt   nicht   lange   danach,   wie   man   ihn   fährt.   Er   fährt   einfach. Gutmütig,   sicher   und   harmonisch.   Das   spürt   man   besonders   beim   Kantenwechsel,   der   butterweich   wirkt   und   trotzdem absolut griffig ist. Der Ski ist überaus leichtgängig und schafft trotzdem viel Vertrauen, auch bei höherem Tempo. Eigentlich   kann   er   alles   ebenso   gut,   wie   der   Blizzard   SCR,   nur   dass   sich   beim   K2   alles   etwas   ruhiger   anfühlt.   Trotzdem ist er ebenso schnell und nicht weniger agil. Aber eben auf eine andere Art. ______________________________________________________________________________________________ Nordica Dobermann GSR,  Länge: 176, Maße: 115/71/99,5 Das   wichtigste   Merkmal   von   Sportwagen   ist   die   direkte   Lenkung   und   ein   dazu   passendes   Fahrwerk.   Spontane Reaktion,   Bodenhaftung   und   Stoßdämpfer,   die   ein   Aufschaukeln   bei   Richtungsänderungen   verhindern.   Nun   sind   Ski zwar   keine   Autos,   aber   schließlich   fahren   sie   auf   Straßen   aus   Schnee.   In   gewisser   Weise   ist   es   also   vergleichbar.   Was den   Dobermann   betrifft,   er   ist   ein   Sportwagen.   Er   reagiert   sofort   und   präzise   auf   jeden   Befehl.   Er   ist   spurstark   und vermittelt   auch   bei   hohem   Tempo   viel   Vertrauen.   Er   ist   fast   schon   ein   Abfahrtsski.   Was   hier   absolut   positiv   gemeint   ist. Einzig   bei   Sulz   sollte   man   etwas   Tempo   raus   nehmen.   Nicht   weil   er   schwierig   zu   fahren   ist,   sondern   weil   sein   Fahrwerk fast jeden einzelnen Sulzhaufen spüren lässt. ______________________________________________________________________________________________ Salomon XRace GS  Länge: 170, Maße: 120/71/99 Der   Ski   hat   eine   überaus   interessante   Taillierung.   Denn   im   Vergleich   zur   Schaufel   ist   das   Heck   relativ   schmal.   Und   im ersten   Moment   denkt   man,   dass   das   Heck   zu   schmal   ist.   Kommen   wir   zur   Wirkung.   Leichtes   Ankanten   funktioniert spielerisch   leicht.   Doch   dann   scheint   es   einen   leichten   Widerstand   zu   geben.   Und   das   könnte   an   der   Differenz zwischen   Schaufel   und   Heck   liegen.   Hat   man   diese   Eigenheit   erkannt,   ist   sie   jedoch   kein   Problem   mehr.   Im   Gegenteil, es   macht   Spaß,   den   Ski   mit   etwas   mehr   Dynamik   auf   die   Kante   zu   stellen.   Und   hat   man   ihn   da,   dann   zieht   er spurstark seine Linie. Ich finde, dass es den Ski interessant macht. ______________________________________________________________________________________________ Völkl Racetiger GS,  Länge: 178, Maße: 114/70/96 Laufruhe,   Spurtreue,   Fahrbarkeit,   fehlerverzeihend.   Ich   neige   dazu,   zu   sagen,   dass   der   Racetiger   keine   Schwächen hat.   Er   ist   zwar   nicht   ganz   so   wedelfreudig   wie   der   Fischer   Progressor,   aber   in   allen   anderen   Punkten   dem   Fischer mindestens   ebenbürtig.   Der   Ski   mag   es,   wenn   man   ihn   sportlich   in   die   Kurven   legt.   Und   er   schafft   auf   Anhieb Vertrauen.   Auch   bei   höherem   Tempo.   Sulz,   die   vorherrschende   Schneeart   dieser   Testtage,   interessiert   ihn   nicht.   Er   ist nicht   der   Spritzigste   und   auch   nicht   der   Agilste,   aber   er   ist   eine   absolut   zuverlässige   Fahrmaschine.   Und   es   macht Spaß, ihn zu fahren. ______________________________________________________________________________________________ Völkl Racetiger RC  Länge: 170, Maße: 119/72/101 Der   Ski   ist   der   kleine   Bruder   des   Racetiger   GS.   Sobald   man   in   fährt,   darf   man   das   “klein”   vor   dem   “Bruder”   getrost vergessen.    Der    Racetiger    wird    schnell    zum    Freund    all    derjenigen,    die    einen    Ski    suchen,    der    gleichermaßen leichtgängig wie zuverlässig ist. Er   ist   leicht   fahrbar,   reagiert   sehr   gut   auf   jedes   Kommando   und   fühlt   sich   an   wie   ein   sehr   gut   sitzendes   Paar   Schuhe. Er   macht   immer   das,   was   der   Fahrer   will,   ohne   sich   lange   bitten   zu   lassen.   Bei   Fahrten   durch   tiefen   Sulz   ist   er manchem All Mountain Ski überlegen. Für   mich   sind   beide   Racetiger   sehr   gute   Allrounder.   Um   mal   wieder   den   Vergleich   mit   Autos   zu   wagen,   was   das “Fahrwerk” betrifft, sind die Racetiger Oberklasse. ______________________________________________________________________________________________
Getestete Ski Atomic Redster G9 Atomic Redster X9 Blizzard SRC Elan Arrow GSC Fischer Progressor F18 Fischer RC4 Head SuperShape K2 Turbo Charger Nordica Dobermann GSR Salomon XRace GS Völkl Racetiger GS Völkl Racetiger RC
Fazit: Mein   Eindruck   ist,   dass   die   Carving   Ski   insgesamt   fahrbahrer   geworden   sind.   Und   dass   sie   immer   besser   mit   den unterschiedlichsten   Pistenverhältnissen   klar   kommen.   Die   besten   Fortschritte,   im   Vergleich   zum   Vorjahr,   findet   man bei   Atomic   (Redster)   und   Nordica   (Dobermann).   K2   ist   eine   Bank   für   agile   und   leicht   beherrschbare   Ski.   Fischer   hat mit   dem   Progressor   F18   eine   ausgesprochene   Wedelmaschine.   Und   Blizzard,   mit   dem   SRC,   einen   absoluten   “Spring   ins Feld”. Was   meine   Favoriten   betrifft.   Wahrscheinlich   würd   ich   den   Redster   X9   nehmen.   Oder   den   Blizzard   SRC.   Oder   den… Mmmmh, vielleicht muss ich würfeln. Wertung: Platzierungen zu vergeben, das wird den Ski nicht wirklich gerecht. Daher ordne ich sie in Kategorien.
Meine Favoriten Atomic Redster G9 Atomic Redster X9 Blizzard SRC K2 Turbo Charger Völkl Racetiger RC
Die Allrounder Erlauben unterschiedliche Fahrweisen Atomic Redster G9 Head SuperShape Fischer Progressor F18 K2 Turbo Charger Völkl Racetiger GS Völkl Racetiger RC
Die Spezialisten Erfordern bestimmte Fahrweisen Atomic Redster X9 Blizzard SRC Elan Arrow GSC Fischer RC4 Nordica Dobermann GSR Salomon XRace GS
Skifahren
Herbert Haß
Carving Ski der Saison 2017/2018 Datum: 19.-21.03.2017 Testort: Sillian Veranstalter: Gü-Sport Schneebedingungen:          Überwiegend Naturschnee, sehr sulzig. Auf    der    einen    Seite    gut    präparierte Pisten,      auf      der      anderen      Seite braungrüne    Berghänge.    Ein    Anblick, den     man     nicht     wirklich     malerisch nennen kann. Kräftiger    Fönwind    bringt    am    19.03. sogar     die     größte     Sesselbahn     zum Stillstand.     Und     gibt     nebenbei     der Talabfahrt den Gnadenstoß. Die      Bedingungen      bestimmen      den Ablauf des Tests. Morgens,     bei     einigermaßen     harter Piste, sind die Carving Ski dran. Ab   ca.   11:00   Uhr   heißt   es   All   Mountain Test auf Sulz. Schon   nach   den   ersten   Tests   lässt   sich etwas feststellen. Sowohl    die    Carving    als    auch    die    All Mountain     Ski     sind     hinsichtlich     der Schneebedingungen   flexibler   und   damit auch fahrbarer geworden. Und     das     ist     genau     die     richtige Entwicklung,   wenn   man   bedenkt,   dass die         Zukunft         des         Skifahrens Kunstschnee heißen wird.
Getestete Ski Atomic Redster G9 Atomic Redster X9 Blizzard SRC Elan Arrow GSC Fischer Progressor F18 Fischer RC4 Head SuperShape K2 Turbo Charger Nordica Dobermann GSR Salomon XRace GS Völkl Racetiger GS Völkl Racetiger RC
Fazit: Mein   Eindruck   ist,   dass   die   Carving   Ski   insgesamt   fahrbahrer   geworden sind.     Und     dass     sie     immer     besser     mit     den     unterschiedlichsten Pistenverhältnissen   klar   kommen.   Die   besten   Fortschritte,   im   Vergleich zum     Vorjahr,     findet     man     bei     Atomic     (Redster)     und     Nordica (Dobermann).   K2   ist   eine   Bank   für   agile   und   leicht   beherrschbare   Ski. Fischer      hat      mit      dem      Progressor      F18      eine      ausgesprochene Wedelmaschine.   Und   Blizzard,   mit   dem   SRC,   einen   absoluten   “Spring   ins Feld”. Was   meine   Favoriten   betrifft.   Wahrscheinlich   würd   ich   den   Redster   X9 nehmen.   Oder   den   Blizzard   SRC.   Oder   den…   Mmmmh,   vielleicht   muss ich würfeln. Wertung Platzierungen zu vergeben, das wird den Ski nicht wirklich gerecht. Daher ordne ich sie in Kategorien.
Meine Favoriten Atomic Redster G9 Atomic Redster X9 Blizzard SRC K2 Turbo Charger Völkl Racetiger RC
Die Allrounder Erlauben unterschiedliche Fahrweisen Atomic Redster G9 Head SuperShape Fischer Progressor F18 K2 Turbo Charger Völkl Racetiger GS Völkl Racetiger RC
Die Spezialisten Erfordern bestimmte Fahrweisen Atomic Redster X9 Blizzard SRC Elan Arrow GSC Fischer RC4 Nordica Dobermann GSR Salomon XRace GS
Atomic Redster G9  Länge: 170, Maße: 109/68/99,5 Kann   ein   so   schmaler   Ski   auch   Sulz?   Er   kann!   Was   er   sonst   noch   kann? Alles!    Das    klingt    jetzt    ein    wenig    lapidar.    Also    etwas    enthusiatischer formuliert,   der   Ski   ist   ein   wilder   Hund.   Eine   rallyeartige   Fahrmaschine. Und   dabei   ist   er   auch   noch   leicht   beherrschbar.   Er   reagiert   präzise   auf jedes   Manöver.   Er   ist   ebenso   agil   wie   schnell.   Und   er   macht   so   viel   Spaß, dass man ihn nicht zurück geben möchte. __________________________________________________________ Atomic Redster X9  Länge: 181, Maße: 115/65,5/100,5 Eigentlich   hatte   ich   schon   Feierabend.   Dritter   Testtag   und   23   geteste   Ski. Irgendwann   darf   es   genug   sein.   Eigentlich   wollte   ich   noch   einmal   den Fischer   Progressor   fahren.   Nur   so   zum   Spaß.   Der   war   aber   nicht   da, weshalb   mir   der   Servicemann   von   Atomic   den   Redster   X9   vor   die   Nase legte.   181?   Als   Racecarver?   “Fahr   ihn.”   sagte   er   nur.   Dann   fiel   mein   Blick auf   die   Taillierung.   “Jetzt   bin   ich   richtig   gespannt!”   habe   ich   gesagt.   “Fahr ihn!”   sagte   er   nur.   Was   soll   ich   sagen,   ich   bin   ihn   gefahren.   Und   zwar doppelt so lange wie alle anderen. Warum? “Fahrt ihn!” sage ich nur. Der   Redster   X9   ist   der   lebendigste   Ski,   den   ich   je   unter   den   Füßen   hatte. Er   lässt   sich   auf   eine   Art   fahren,   wie   ich   es   noch   bei   keinem   anderen   Ski erlebt   habe.   Und   fährt   man   ihn   so,   wie   er   gefahren   werden   kann,   macht er   unheimlich   viel   Spaß.   Er   ist   der   erste   Ski,   der   mich   außer   Atem brachte,   ohne   dass   in   den   Beinen   auch   nur   der   Hauch   eines   Brennes   zu spüren war. Noch   ein   kleiner   Hinweis.   Der   Ski   möchte,   dass   man   ihm   vertraut.   Tut man das, lässt er einen auch im tiefsten Sulz nicht im Stich. __________________________________________________________ Blizzard SRC,   Länge: 170, Maße: 121/70/106 Das   Ding   ist   ein   Rennpferd.   Wie   erkläre   ich   das   am   besten?   Man   stelle sich   vor,   man   setzt   sich   auf   ein   Pferd   und   es   beginnt   zu   galoppieren. Wenn   man   jetzt   daran   denkt,   durchgeschüttelt   zu   werden,   weit   gefehlt! Denn   der   Ski   ist   zwar   eine   wilde   Kiste,   verfügt   aber   trotzdem   über hervorragende   Stoßdämpfer.   Das   macht   ihn   ebenso   agil,   wie   sicher.   Und auf   harten   Pisten   fühlt   er   sich   ebenso   wohl   wie   im   Sulz.   Um   es   kurz   zu machen,   der   Ski   hat   einen   echten   Spaßfaktor.   Traurig   ist   einzig   der Moment, wenn man das Ende der Piste erreicht. __________________________________________________________ Elan Arrow GSC,   Länge: 175, Maße: 110/69/94 Speziell      bei      geringem      Tempo      ist      der      Elan      nicht      besonders reaktionsfreudig.   Fährt   man   ihn   schneller,   wird   es   deutlich   spaßiger.   Was er   besonders   gut   kann,   sind   Drifts.   Schon   leichter   Druck   auf’s   Heck genügt.   In   dem   Bereich   ist   der   Ski   auf   seine   Art   agil.   Man   muss   ihn   zwar so   nicht   fahren,   aber   es   macht   durchaus   Spaß.   Vielleicht   ist   dieses   leicht kontrollierbare   Heck   auch   der   Grund   dafür,   dass   er   sich   auch   im   tiefsten Sulz absolut leicht bewegen lässt. __________________________________________________________ Fischer Progressor F18,   Länge: 167, Maße: 122/74/103 Den   Ski   habe   ich   gegen   14:00   Uhr   getestet.   Warum   das   wichtig   ist?   Weil keine   einzige   Piste   mehr   ohne   Sulz   war.   Und   alle   mit   mehr   als   30   Grad Neigung   waren   Buckelpisten.   Eigentlich   nichts   für   Carving   Ski.   Sollte   man meinen.   Tatsache   aber   ist,   dass   praktisch   alle   von   mir   getesteten   Carving Ski   mit   Sulz   bestens   zurecht   kamen.   Einige   davon   sogar   deutlich   besser, als so mancher All Mountain! Was    mich    am    Progressor    begeistert    hat,    ist    seine    Agilität.    Wedeln? Kleinste   Impulse   reichen.   Und   die   Wechsel   von   links   nach   rechts   gehen fast   schon   unverschämt   schnell.   Ich   habe   kaum   einen   anderen   Ski   unter den   Füßen   gehabt,   den   man   so   leicht   aus   der   Hüfte   heraus   fahren   kann. Der Progressor ist eine absolute Spaßmaschine. __________________________________________________________ Fischer RC 4,   Länge: 170, Maße: 122/68/103 Der   Ski   ist   ein   kompromissloser   Racer.   Fährt   man   ihn   langsam,   wirkt   er fast   schon   träge.   Aber   schon,   wenn   man   ihn   nur   etwas   zügiger   fährt, beginnt    er    seine    Stärken    auszuspielen.    Präzise    Reaktion,    Präzise Spurtreue   und   knackige   Kantenwechsel.   Dabei   wirkt   er   straff,   aber   nicht zu   hart.   Alle   die   mehr   wollen,   als   betont   langsames   Rumcruisen,   sind   mit dem   RC4   bestens   bedient.   Was   mir   besonders   gefallen   hat,   ist,   wie dynamisch man ihn abrupt auf die Kante stellen kann. __________________________________________________________ Head SuperShape,   Länge: 170, Maße: 124/68/104 Ich   bin   den   Head   SuperShape   direkt   nach   dem   Fischer   RC4   gefahren. Was     einen     direkten     Vergleich     ermöglicht.     Der     Head     ist     deutlich leichtgängiger.   Fühlt   sich   insgesamt   weicher   an,   was   einen   angenehmen, kraftsparenden   Fahrstil   erlaubt.   Dabei   ist   er   kaum   langsamer,   als   der RC4.   Man   könnte   von   gleichen   Fahrleistungen   sprechen,   wobei   der   Head sich   weicher   und   sanfter   anfühlt.   Wo   hingegen   die   Dynamik   des   RC4 etwas mehr Lebendigkeit vermittelt. __________________________________________________________ K2 Turbo Charger,  Länge: 165, Maße: 129/72/107 Typisch   K2,   man   stellt   sich   drauf   und   ist   daheim.   Der   Ski   fragt   nicht   lange danach,    wie    man    ihn    fährt.    Er    fährt    einfach.    Gutmütig,    sicher    und harmonisch.    Das    spürt    man    besonders    beim    Kantenwechsel,    der butterweich wirkt und trotzdem absolut griffig ist. Der   Ski   ist   überaus   leichtgängig   und   schafft   trotzdem   viel   Vertrauen, auch bei höherem Tempo. Eigentlich   kann   er   alles   ebenso   gut,   wie   der   Blizzard   SCR,   nur   dass   sich beim   K2   alles   etwas   ruhiger   anfühlt.   Trotzdem   ist   er   ebenso   schnell   und nicht weniger agil. Aber eben auf eine andere Art. __________________________________________________________ Nordica Dobermann GSR,  Länge: 176, Maße: 115/71/99,5 Das   wichtigste   Merkmal   von   Sportwagen   ist   die   direkte   Lenkung   und   ein dazu    passendes    Fahrwerk.    Spontane    Reaktion,    Bodenhaftung    und Stoßdämpfer,   die   ein   Aufschaukeln   bei   Richtungsänderungen   verhindern. Nun   sind   Ski   zwar   keine   Autos,   aber   schließlich   fahren   sie   auf   Straßen aus    Schnee.    In    gewisser    Weise    ist    es    also    vergleichbar.    Was    den Dobermann   betrifft,   er   ist   ein   Sportwagen.   Er   reagiert   sofort   und   präzise auf   jeden   Befehl.   Er   ist   spurstark   und   vermittelt   auch   bei   hohem   Tempo viel   Vertrauen.   Er   ist   fast   schon   ein   Abfahrtsski.   Was   hier   absolut   positiv gemeint   ist.   Einzig   bei   Sulz   sollte   man   etwas   Tempo   raus   nehmen.   Nicht weil   er   schwierig   zu   fahren   ist,   sondern   weil   sein   Fahrwerk   fast   jeden einzelnen Sulzhaufen spüren lässt. __________________________________________________________ Salomon XRace GS  Länge: 170, Maße: 120/71/99 Der   Ski   hat   eine   überaus   interessante   Taillierung.   Denn   im   Vergleich   zur Schaufel   ist   das   Heck   relativ   schmal.   Und   im   ersten   Moment   denkt   man, dass    das    Heck    zu    schmal    ist.    Kommen    wir    zur    Wirkung.    Leichtes Ankanten    funktioniert    spielerisch    leicht.    Doch    dann    scheint    es    einen leichten   Widerstand   zu   geben.   Und   das   könnte   an   der   Differenz   zwischen Schaufel   und   Heck   liegen.   Hat   man   diese   Eigenheit   erkannt,   ist   sie   jedoch kein   Problem   mehr.   Im   Gegenteil,   es   macht   Spaß,   den   Ski   mit   etwas mehr   Dynamik   auf   die   Kante   zu   stellen.   Und   hat   man   ihn   da,   dann   zieht er spurstark seine Linie. Ich finde, dass es den Ski interessant macht. __________________________________________________________ Völkl Racetiger GS,  Länge: 178, Maße: 114/70/96 Laufruhe,   Spurtreue,   Fahrbarkeit,   fehlerverzeihend.   Ich   neige   dazu,   zu sagen,   dass   der   Racetiger   keine   Schwächen   hat.   Er   ist   zwar   nicht   ganz   so wedelfreudig   wie   der   Fischer   Progressor,   aber   in   allen   anderen   Punkten dem   Fischer   mindestens   ebenbürtig.   Der   Ski   mag   es,   wenn   man   ihn sportlich   in   die   Kurven   legt.   Und   er   schafft   auf   Anhieb   Vertrauen.   Auch bei   höherem   Tempo.   Sulz,   die   vorherrschende   Schneeart   dieser   Testtage, interessiert   ihn   nicht.   Er   ist   nicht   der   Spritzigste   und   auch   nicht   der Agilste,   aber   er   ist   eine   absolut   zuverlässige   Fahrmaschine.   Und   es   macht Spaß, ihn zu fahren. __________________________________________________________ Völkl Racetiger RC  Länge: 170, Maße: 119/72/101 Der   Ski   ist   der   kleine   Bruder   des   Racetiger   GS.   Sobald   man   in   fährt,   darf man   das   “klein”   vor   dem   “Bruder”   getrost   vergessen.   Der   Racetiger   wird schnell     zum     Freund     all     derjenigen,     die     einen     Ski     suchen,     der gleichermaßen leichtgängig wie zuverlässig ist. Er   ist   leicht   fahrbar,   reagiert   sehr   gut   auf   jedes   Kommando   und   fühlt   sich an   wie   ein   sehr   gut   sitzendes   Paar   Schuhe.   Er   macht   immer   das,   was   der Fahrer   will,   ohne   sich   lange   bitten   zu   lassen.   Bei   Fahrten   durch   tiefen Sulz ist er manchem All Mountain Ski überlegen. Für   mich   sind   beide   Racetiger   sehr   gute   Allrounder.   Um   mal   wieder   den Vergleich   mit   Autos   zu   wagen,   was   das   “Fahrwerk”   betrifft,   sind   die Racetiger Oberklasse. __________________________________________________________
Sport: Skitest
Herbert Haß