Im   International   Aquanatuic   Club,   dem   ich   seit   1994   angehöre,   wird   an   die   Tauchlehrer   ein   eher   höherer Anspruch gestellt. Neben   mehr   als   500   Trainingstauchgängen   habe   ich   hierfür   1   Jahr   lang   im   Inland   für   eine   Tauchschule gearbeitet   und   war   ebenso   zweimal   auf   Lanzarote,   sowie   in   Südfrankreich,   als   Assistent   auf   Tauchbasen tätig, bevor ich mich schließlich in Safaga der Prüfung stellte. Diese Prüfung dauerte insgesamt 1 Woche. Neben   den   verschiedensten   praktischen   Aufgaben   und   Prüfungsteilen   im   Wasser,   waren   insgesamt   7 Klausuren   zu   schreiben,   sowie   Referate   zu   halten   und   medizinische   Nachweise,   insbesondere   in   der Ersten Hilfe, zu erbringen. Jeder Prüfungstag dauerte hier zwischen 10 und 12 Stunden. Die   damit   erreichte   Tauchlehrerstufe   berechtigt   zur   selbstständigen   Ausbildung   von   Tauchschülern   bis   zu ersten Stufe des Sporttauchens. 2 Jahre später wiederholte sich dieser Prüfungsmarathon. Sozusagen   zur   Einstimmung   durften   wir,   direkt   am   nächsten   Morgen   nach   der   Anreise,      2   Stunden   lang ununterbrochene   Rettungsübungen   durchführen,   wobei   auch   der   ein   oder   andere   Kilometer   schwimmend zu bewältigen war. Weitere    zwei    Jahre    später    beendete    ich    die    Ausbildung    vorerst    mit    dem    Zertifikat    zum    staatlich anerkannten Tauchlehrer. Im   Bereich   des   Tauchsports   unterscheidet   man   grundsätzlich   zwischen   zwei   großen   Organisationen.   Die erste   weltweit   operierende   Organisation   war   dabei   der   CMAS   Sporttaucher   Verband.   In   diesem   Verband sind viele deutsche Fachverbände über den Verein Deutscher Sporttaucher Mitglied. Das   in   Deutschland   geltende   System   des   Deutschen   Tauchsportabzeichens   (DTSA)   in   Bronze,   Silber   und Gold entspricht dabei dem CMAS Sternsystem. Die   zweite   weltweit   bedeutende   Organisation   ist   PADI.   Hierbei   handelt   es   sich   jedoch   nicht   um   einen Sportverband,   sondern   eher   um   eine   Firma,   die   das   Tauchen   marktwirtschaftlich   vertreibt.   Speziell   zu Anfängen,   als   PADI   sich   zu   etablieren   versuchte,   waren   die   Anforderungen   an   Tauchschüler   und   auch Tauchlehrer   eher   gering.   Tatsächlich   gab   es   Fälle,   in   denen   Sporttaucher,   mit   kaum   mehr   als   100 Tauchgängen,    zur    Instructorprüfung    zugelassen    und    brevetiert    wurden.    Das    hiermit    verbundene allgemeine      Nachlassen      des      taucherischen      Niveaus      der      Sporttaucher      führte      weltweit      zu Reglementierungen des Tauchsports. Ein   autonomes   Tauchen   von   qualifizierten   Tauchern,   wie   es   früher   üblich   war,   ist   selbst   Tauchlehrern heute    vielerorts    kaum    noch    möglich.    Und    vielerorts    gibt    es    nun    Tiefenbeschränkungen,    die    viele interessante    Tauchgänge    (z.B.Schiffswracks),    die    qualifizierten    Tauchern    früher    problemlos    möglich waren, heute unmöglich machen. Inwieweit   PADI   hierfür   ursächlich   verantwortlich   ist,   kann   man   nicht   mit   Sicherheit   sagen,   in   jedem   Fall hat    die    von    PADI    initiierte    massenhafte    Verbreitung    des    Tauchsports    aber    zur    heutigen    Situation beigetragen.
Tauchen
Herbert Haß
Tauchen   ist   für   mich   kein   gewöhnlicher   Sport.   Es   ist   vielmehr   eine Mischung    zwischen    den    technischen    Fertigkeiten    und    körperlichen Anforderungen   eines   Sports   einerseits   und   den   Herausforderungen,   die das     Erleben     einer     fremden     Welt     andererseits     bedeutet.     Mit Herausforderungen   sind   hier   jedoch   keine   Abenteuer   gemeint,   sondern vielmehr   die   Eigenschaften   des   Menschen   als   Entdecker.   Zuerst   war Tauchen für mich nur die beste Methode, die Wunderwelt der   Meere   zu   erleben.   Aber   auch   die   Faszination   der   freien   Bewegung im    dreidimensionalen    Raum    war    und    ist    ein    Hauptmotiv    für    das Tauchen. Wie   bei   den   meisten   Dingen,   für   die   ich   mich   ernsthaft   interessiere, genügte mir der Status eines Sporttauchers nicht. Zuerst     stand     der     Wunsch,     die     taucherischen     Fähigkeiten     zu vervollkommnen,   was   für   mich   die   Stufe   des   Tauchlehrers   bedeutete. Erst   auf   dem   Weg   dorthin,   wuchs   auch   der   Wunsch,   tatsächlich   als Lehrer tätig zu sein. Dabei    ist    die    Ausbildung    zum    Tauchlehrer    mit    keiner    normalen Sportausbildung    zu    vergleichen.    Zwar    gibt    es    je    nach    Organisation deutliche   Unterschiede,   was   die   Anforderungen   betrifft,   aber   insgesamt sind diese als sehr hoch anzusehen.
Tauchen   ist   für   mich   kein   gewöhnlicher   Sport.   Es   ist   vielmehr   eine Mischung    zwischen    den    technischen    Fertigkeiten    und    körperlichen Anforderungen   eines   Sports   einerseits   und   den   Herausforderungen, die    das    Erleben    einer    fremden    Welt    andererseits    bedeutet.    Mit Herausforderungen   sind   hier   jedoch   keine   Abenteuer   gemeint,   sondern vielmehr   die   Eigenschaften   des   Menschen   als   Entdecker.   Zuerst   war Tauchen für mich nur die beste Methode, die Wunderwelt der   Meere   zu   erleben.   Aber   auch   die   Faszination   der   freien   Bewegung im    dreidimensionalen    Raum    war    und    ist    ein    Hauptmotiv    für    das Tauchen. Wie   bei   den   meisten   Dingen,   für   die   ich   mich   ernsthaft   interessiere, genügte mir der Status eines Sporttauchers nicht. Zuerst     stand     der     Wunsch,     die     taucherischen     Fähigkeiten     zu vervollkommnen,   was   für   mich   die   Stufe   des   Tauchlehrers   bedeutete. Erst   auf   dem   Weg   dorthin,   wuchs   auch   der   Wunsch,   tatsächlich   als Lehrer tätig zu sein. Dabei    ist    die    Ausbildung    zum    Tauchlehrer    mit    keiner    normalen Sportausbildung   zu   vergleichen.   Zwar   gibt   es   je   nach   Organisation deutliche     Unterschiede,     was     die     Anforderungen     betrifft,     aber insgesamt sind diese als sehr hoch anzusehen. Im   International   Aquanatuic   Club,   dem   ich   seit   1994   angehöre,   wird an die Tauchlehrer ein eher höherer Anspruch gestellt. Neben   mehr   als   500   Trainingstauchgängen   habe   ich   hierfür   1   Jahr   lang im   Inland   für   eine   Tauchschule   gearbeitet   und   war   ebenso   zweimal   auf Lanzarote,   sowie   in   Südfrankreich,   als   Assistent   auf   Tauchbasen   tätig, bevor   ich   mich   schließlich   in   Safaga   der   Prüfung   stellte.   Diese   Prüfung dauerte insgesamt 1 Woche. Neben   den   verschiedensten   praktischen   Aufgaben   und   Prüfungsteilen im   Wasser,   waren   insgesamt   7   Klausuren   zu   schreiben,   sowie   Referate zu   halten   und   medizinische   Nachweise,   insbesondere   in   der   Ersten Hilfe, zu erbringen. Jeder Prüfungstag dauerte hier zwischen 10 und 12 Stunden. Die   damit   erreichte   Tauchlehrerstufe   berechtigt   zur   selbstständigen Ausbildung von Tauchschülern bis zu ersten Stufe des Sporttauchens. 2 Jahre später wiederholte sich dieser Prüfungsmarathon. Sozusagen   zur   Einstimmung   durften   wir,   direkt   am   nächsten   Morgen nach   der   Anreise,      2   Stunden   lang   ununterbrochene   Rettungsübungen durchführen,   wobei   auch   der   ein   oder   andere   Kilometer   schwimmend zu bewältigen war. Weitere   zwei   Jahre   später   beendete   ich   die   Ausbildung   vorerst   mit dem Zertifikat zum staatlich anerkannten Tauchlehrer. Im   Bereich   des   Tauchsports   unterscheidet   man   grundsätzlich   zwischen zwei     großen     Organisationen.     Die     erste     weltweit     operierende Organisation   war   dabei   der   CMAS   Sporttaucher   Verband.   In   diesem Verband   sind   viele   deutsche   Fachverbände   über   den   Verein   Deutscher Sporttaucher Mitglied. Das       in       Deutschland       geltende       System       des       Deutschen Tauchsportabzeichens   (DTSA)   in   Bronze,   Silber   und   Gold   entspricht dabei dem CMAS Sternsystem. Die   zweite   weltweit   bedeutende   Organisation   ist   PADI.   Hierbei   handelt es   sich   jedoch   nicht   um   einen   Sportverband,   sondern   eher   um   eine Firma,    die    das    Tauchen    marktwirtschaftlich    vertreibt.    Speziell    zu Anfängen,     als     PADI     sich     zu     etablieren     versuchte,     waren     die Anforderungen   an   Tauchschüler   und   auch   Tauchlehrer   eher   gering. Tatsächlich   gab   es   Fälle,   in   denen   Sporttaucher,   mit   kaum   mehr   als 100   Tauchgängen,   zur   Instructorprüfung   zugelassen   und   brevetiert wurden.     Das     hiermit     verbundene     allgemeine     Nachlassen     des taucherischen     Niveaus     der     Sporttaucher     führte     weltweit     zu Reglementierungen des Tauchsports. Ein   autonomes   Tauchen   von   qualifizierten   Tauchern,   wie   es   früher üblich   war,   ist   selbst   Tauchlehrern   heute   vielerorts   kaum   noch   möglich. Und     vielerorts     gibt     es     nun     Tiefenbeschränkungen,     die     viele interessante      Tauchgänge      (z.B.Schiffswracks),      die      qualifizierten Tauchern früher problemlos möglich waren, heute unmöglich machen. Inwieweit   PADI   hierfür   ursächlich   verantwortlich   ist,   kann   man   nicht mit    Sicherheit    sagen,    in    jedem    Fall    hat    die    von    PADI    initiierte massenhafte   Verbreitung   des   Tauchsports   aber   zur   heutigen   Situation beigetragen.
Sport: Tauchen
Herbert Haß