Im   Mittelalter   lebte   ein   Priester,   namens   Giordano   Bruno,   der   daran   glaubte,   dass   es   im   Weltall noch   andere   Planeten   gibt,   die   der   Erde   gleichen.   Ein   Glaube,   der   letztlich   dazu   beitrug,   dass   man seitens   der   Kirche   seinen   Tod   forderte   und   er   letztlich   auch   hingerichtet   wurde.   Etwas,   das   erst   im Jahr 2000 von der Kirche als Unrecht anerkannt wurde. Später    war    es    Gallileo    Gallilei,    der    vor    einer    ähnlichen    Wahl    stand.    Abschwören    von    seiner gottlosen Theorie oder Überführung ins jenseitige Leben, vorzugsweise in dessen höllische Gefilde. Und   bis   zur   ersten   Entdeckung   eines,   eine   fremde   Sonne   umkreisenden,   Planeten,   gab   es   auch noch den ein oder anderen Wissenschaftler, der an die Einzigartigkeit der Erde glaubte. Generell    ist    nichts    dagegen    einzuwenden,    wenn    Forscher    nur    an    etwas    glauben,    das    auch beweisbar   ist.   Nur   neige   ich   nicht   dazu,   etwas   abzulehnen,   nur,   weil   mir   die   Mittel   fehlen,   es   zu beweisen.   In   dem   Fall   geht   es   nicht   um   Glaube   oder   Nichtglaube,   sondern   um   die   Beachtung   einer Wahrscheinlichkeit und dem Bestreben, Gewißheit zu erlangen.   Suche nach Exoplaneten Dass   nicht   nur   unsere   Sonne,   sondern   auch   die   meisten   übrigen   Sterne   des   Universums   von Planeten   umkreist   werden,   wurde   von   Science   Fiction   Autoren   schon   in   den   50er   Jahren   als gegeben   angesehen.   Die   Wissenschaft   hat   die   Frage   nach   der   Existenz   von   Exoplaneten,   trotz   der Offensichtlichkeit,   die   sich   aus   der   Tatsache   ergibt,   dass   unsere   Sonne   ein   gewöhnlicher   Stern   ist, von    denen    es    hunderte    von    Millionen    in    der    Galaxis    gibt,    eher    vorsichtig    und    ausweichend behandelt. Bis schließlich der erste Exoplanet meßtechnisch nachgewiesen wurde. Nun   dreht   sich   die   Frage   um   die   mögliche   Existenz   von   erdähnlichen   Planeten.   Mit   an   Sicherheit grenzender   Wahrscheinlichkeit   sollte   die   Frage   nicht   darum   gehen,   ob   es   sie   gibt,   sondern,   wo man sie finden wird. Das   Problem   liegt   jedoch   in   den   Möglichkeiten,   die   der   Menschheit   zur   Suche   nach   Exoplaneten   zur Verfügung   stehen.   Tatsächlich   gibt   es   nur   zwei   Verfahren,   die   hierzu   geeignet   sind.   Und   beide   sind eher   eingeschränkt   und   nicht   geeignet,   wirklich   genaue   und   umfangreiche   Daten   zu   ermitteln, wobei eins der Verfahren noch als indirekt bezeichnet werden muß. Bei   dieser   Methode   wird   anhand   von   Bahnschwankungen   einer   Sonne   auf   die   Existenz   eines   oder mehrerer    umlaufender    Planeten    geschlossen,    ohne    dass    die    entsprechenden    Planeten    direkt beobachtet   werden   können.   Der   Vorteil   liegt   darin,   dass   die   Entdeckbarkeit   von   Planeten   hierbei nicht   abhängig   ist   von   der   Bahnebene.   Der   Nachteil   ist,   dass   man   vom   entdeckten   Planeten   nur wenig   Daten   bekommt,   da   man   ihn   ja   nicht   direkt   wahrnehmen   kann,   sondern   nur   über   die Schwankungen seines Heimatsterns. Die   Methode   erfordert   eine   genaue   Beobachtung   des   Sterns,   um   das   Ausmaß   an   Abweichungen seiner   Bewegungen   vom   optimalen   gravitativen   Zentrum   zu   bestimmen.   Dies   geschieht   durch Messung der Rot- / bzw. Blauverschiebung des Lichts. Bei   Sternen,   die   keine   umlaufenden   Himmelskörper   haben,   ist   diese   Rot-   /   bzw.   Blauverschiebung des Lichts praktisch nicht vorhanden.
Bei einem Stern ohne Planeten liegt das gravitative Zentrum seiner Rotation im Mittelpunkt des Sterns. Bei einem Stern mit Planeten weicht das gravitative Zentrum seiner Rotation deutlich vom Mittelpunkt des Sterns ab. Bei einem außerhalb des Mittelpunkts liegendem gravitativen Zentrum unterliegt die Rotation eines Sterns deutlich meßbaren Schwankungen. Aus dem Ausmaß dieser Schwankungen kann auf die Massedaten umlaufender Planeten geschlossen werden.
Bei der Entdeckung eines Planeten, über die meßbaren Schwankungen eines Sterns, ist die Bahnebene des Planeten von untergeordneter Bedeutung.
Beim   zweiten   Verfahren   kann   ein   Planet   entdeckt   werden,   wenn   er   aus   Sicht   der   Erde   beim   Umlauf um   seine   Sonne   vor   dieser   vorbeizieht,   was   zu   meßbaren   Helligkeitsschwankungen   führt.   Der Vorteil   dieser   Methode   besteht   darin,   dass   das   Licht   des   Sterns   dabei   eine   vielleicht   vorhandene Atmosphäre des Planeten durchquert und dabei die Chemie dieser Atmosphäre quasi aufnimmt. Es besteht hierbei sozusagen eine indirekte Sichtbarkeit des Planeten.
Keine   Sichtbarkeit   des   Planeten   bei   seiner Position neben oder hinter seiner Sonne.
Indirekte    Sichtbarkeit    während    der    Planet vor seiner Sonne vorbeizieht.
Der    Nachteil    der    Methode    ist,    dass    die    Bahnebene    des    Planeten    derart    sein    muß,    dass    die Verdeckung   des   Sterns   von   der   Erde   aus   überhaupt   sichbar   ist.   Auch   spielt   die   Größe   des   Planeten durchaus     eine     Rolle.     Hier     gilt,     je     größer     der     Planet     ist,     desto     größer     sind     die Helligkeitsschwankungen des Sterns, was die Datenmenge und die Entdeckbarkeit erhöht. Für einen sicheren Nachweis eines Planeten müssen die Daten allerdings verifiziert werden. Das   bedeutet,   dass   nachgewiesen   werden   muß,   dass   die   Verdeckung   des   Sterns   durch   einen Planeten   geschieht,   weil   sie   sich   periodisch   wiederholt.   Je   nach   Umlaufperiode   des   Planeten   ist daher ein Beobachtungszeitraum von bis zu mehreren Jahren nötig.
Beim Stern oben liegt die Bahnebene des Planeten außerhalb der Sichtbarkeit.
Die   Schwierigkeiten   und   Beschränkungen   beider   Verfahren   erlaubten   zu   Beginn   des   Nachweises von   Exoplaneten   nur   die   Entdeckung   von   massereichen   Planeten   ab   der   Masse   oder   mehrfachen Masse des solaren Planeten Jupiter. Erst   mit   beständiger   Verbesserung   der   Nachweismethoden   wurden   auch   deutlich   kleinere   Planeten entdeckt,   bis   hin   zu   Planeten   mit   annähernd   erdähnlicher   Masse,   wobei   hier   auch   bei   fünffacher Erdmasse noch von erdähnlich gesprochen werden kann. Dass   diese   Planeten   vorwiegend   bei   Roten   Zwergsternen   entdeckt   werden,   liegt   keineswegs   daran, dass   es   sie   bei   Sternen,   die   unserer   Sonne   ähneln,   nicht   gibt,   sondern   vielmehr   in   den   Eigenheiten bestehender Meßverfahren. Da   die   Verdeckung   eines   Sterns   nur   eine   minimale   Helligkeitsschwankung   erzeugt,   ist   diese   umso besser zu beobachten, je leuchtschwächer der beobachtete Stern ist. Rote   Zwergsterne   gehören   zu   den   leuchtschwachen   Sternen   und   eignen   sich   daher   besonders   gut für eine Beobachtung. Der   Nachteil   dieser   Sterne   ist,   dass   die   Biosphäre,   also   der   Bereich   des   Abstands   zum Stern,   in   denen   ein   für   Leben   angemessenes   Maß   an   Licht   und   Wärme   zur   Verfügung steht,   nur   in   geringer   Distanz   zum   Stern   zu   finden   ist.      Die   Umlaufzeiten   entdeckter   Planeten liegen   bei   diesen   Sternen   häufig   im   Bereich   von   Tagen.   Dies   bedeutet,   dass   der   Abstand   des Planeten zum Stern noch deutlich unterhalb der Merkurbahn liegt. Zum   Vergleich   sei   hier   erwähnt,   dass   der   Merkur   eine   Umlaufzeit   von   88   Tagen   hat,   während Exoplaneten   um   Rote   Zwergsterne   gefunden   wurden,   die   eine   Umlaufzeit   von   lediglich   5   Tagen zeigen. Selbst,   wenn   ein   solcher   Planet   sich   dabei   innerhalb   der   Biosphäre   des   Sterns   befindet,   wird   sich Leben   nach   irdischen   Maßstäben   kaum   entwickeln.   Der   Grund   dafür   liegt   im   geringen   Abstand   des Planeten    zum    Stern.    Der    Schwerkrafteinfluss    des    Sterns    unterbindet    die    Eigenrotation    des Planeten. Dies bedeutet, dass der Planet dem Stern immer die gleiche Seite zeigt. Auf   der   einen   Hälfte   des   Planeten   ist   es   somit   ganzjährig   Tag,   warm   und   hell,   während   auf   der anderen    Hälfte    ewige    Nacht    und    Dunkelheit    herrscht.    Die    relativ    schmalen    Übergangszonen zwischen Tag- und Nachtseite dürften aufgrund starker Konvektionsströmungen eher unruhig sein. Die   propagierte   Suche   nach   einer   zweiten   Erde   in   den   Tiefen   des   Weltalls   ist,   im   Falle   Roter Zwergsterne,   nicht   unbedingt   zielführend.   Dass   bei   bis   zu   tausend   Lichtjahren   weit   entfernten Sternen   Planeten   entdeckt   wurden,   ohne   dass   es   einen   ähnlichen   Nachweis   bei   erdnahen   Sonnen gibt,   mag   den   Eindruck   entstehen   lassen,   dass   es   bei   den   näher   gelegenen   Sternen   keine   Planeten gibt.   Tatsächlich   muß   jedoch   gerade   hier   berücksichtigt   werden,   dass   für   die   Entdeckbarkeit   von Planeten   derzeit   besondere   Voraussetzungen   notwendig   sind   und   es   nicht   möglich   ist,   jede   Sonne auf Planeten zu untersuchen.  So   gilt   zwar   Delta   Pavonis   (Gl   780)   als   sonnenähnlicher   Stern   und   als   ausgesprochener   Kandidat für   erdähnliche   Planeten,   doch   wurden   bei   dem   nur   18,8   Lichtjahre   entfernten   Stern   noch   keine Planeten nachgewiesen. Doch   liegt   Delta   Pavonis   tief   unterhalb   der   Bahnebene   der   Erde   und   damit   in   einer   für   die Beobachtung eher ungünstigen Position. Allein   die   Tatsache,   dass   man   Extrasolare   Planeten   entdeckt   hat,   läßt   den   Schluß   zu,   dass   es   eher die   Regel   als   die   Ausnahme   ist,   dass   Planeten   ein   normaler   Bestandteil   einer   Sonne   bzw.   eines Sonnensystems   sind.   Ausgehend   von   dem   Umstand,   dass   unsere   Sonne   eine   eher   gewöhnliche Sonne   ist   und   die   Position   des   Sonnensystems   in   unserer   Galaxis   auch   nicht   als   herausragend bezeichnet    werden    kann,    erscheint    es    als    unrealistisch,    weiterhin    anzunehmen,    dass    es    im restlichen Weltall keine erdähnlichen Planeten gibt. Es   stellt   sich   nicht   die   Frage,   ob   man   einen   solchen   Planeten   entdeckt,   sondern,   wie   viele   man entdecken   würde,   wenn   man   Teleskope   hätte,   die   bis   in   50   Lichtjahre   Distanz   das   Umfeld   von Sternen   noch   auflösen   könnten.   Wenn   also   die   Instrumente   so   gut   wären,   dass   man   sich   nicht vorwiegend   auf   Rote   Zwergsterne   konzentrieren   müsste   und   die   Position   eines   Sterns   im   Hinblick auf die irdische Bahnebene keine Rolle mehr spielen würde. Wie   viele   Gesteinsplaneten   vom   Format   von   Erde,   Venus   oder   Mars   würde   man   finden?   Mit Sicherheit mehr als einen…. Die   Frage   nach   der   Entdeckung   einer   “zweiten”   Erde   ist   nicht   die   Frage   nach   dem   Ob,   sondern   die Frage nach dem Wann. Die    Entdeckung    von    extrasolaren    Planeten,    die    offensichtlich    nicht    zu    einem    Sonnensystem gehören,   sondern   instabilen   Bahnen   im   interstellaren   Raum   folgen,   wurde   als   ungewöhnliche   und überraschende Entdeckung veröffentlicht. Warum eigentlich? Es   gibt   verschiedene   denkbare   Szenarien,   die   das   Herauslösen   eines   Planeten   aus   der   Umlaufbahn um   seine   Sonne   erklären   können.   Eine   der   einfachsten   ist   hier   der   Gravitationseinfluss   eines   nahe vorbeiziehenden Sterns. Der   gängigen   Theorie   zufolge   entstehen   Sterne   aus   interstellaren   Gaswolken,   die   sich   aufgrund von   Gravitationseinflüssen   zusammenballen,   bis   Druck,   Dichte   und   Temperatur   hoch   genug   sind, um eine Kernfusion zu ermöglichen. In    allen    Fällen,    in    denen    diese    Kriterien    nicht    erreicht    werden,    entsteht    lediglich    eine Zusammenballung   von   Materie,   die   man,   je   nach   Größe   und   Masse,   als   Asteroiden,   Kometen, Planetoiden, Planeten oder Braune Zwerge einstufen kann. Was    spricht    dagegen,    dass    derartige    nichtsolare    Objekte    überall,    also    auch    außerhalb    eines Sonnensystems, entstehen können. Besonders   überrascht,   bezüglich   neuer   Entdeckungen   in   der   Astronomie,   bin   ich   darüber,   dass man von unerwarteten Entdeckungen überrascht ist. Irgendwann   wird   man   außerirdisches   Leben   entdecken.   Und   dies   wird   dann   besonders   von   den Medien   als   Sensation   gewertet   werden.   Sachlich   betrachtet   wäre   die   Entdeckung   außerirdischen Lebens   jedoch   lediglich   die   Bestätigung   dessen,   was   offensichtlich   vermutet   und   nach   bestehender Indizienlage als wahrscheinlich angesehen werden kann. Ich   persönlich   wäre   nicht   mal   überrascht,   wenn   besagtes   außerirdisches   Leben   in   der   Lage   wäre, zu lesen, was ich hier geschrieben habe. Wenn   selbst   die   Kirche   beginnt,   Konzepte   zu   entwickeln,   was   ihre   Position   im   Fall   der   Entdeckung außerirdischen   Lebens   betrifft,   darf   der   normalsterbliche   Mensch   langsam   damit   aufhören,   Zweifel zu haben. Ich   halte   die   Existenz   außerirdischen   Lebens   für   wahrscheinlich.   Ich   weiß   nur   nicht,   wo   wir   sie finden werden und wie schlau sie sind….
Darstellung    aller    sonnenähnlichen    Sterne    vom    G,    F    und    K-Typ,    bis    in    eine    Distanz    von    20 Lichtjahren.   Weitere   77   Sterne,   überwiegend   vom   M-Typ   der   Roten   Zwergsterne,   die   insgesamt   die Merheit   der   Sterne   in   unserer   Galaxis   bilden,   sind   zur   besseren   Überschaubarkeit   der   Grafik   nicht dargestellt.
‘‘Wie viele müssen wir finden, bis wir Exoplaneten als etwas Normales ansehen?
Kosmologie
Herbert Haß
Im   Mittelalter   lebte   ein   Priester,   namens   Giordano   Bruno,   der   daran glaubte,   dass   es   im   Weltall   noch   andere   Planeten   gibt,   die   der   Erde gleichen.   Ein   Glaube,   der   letztlich   dazu   beitrug,   dass   man   seitens   der Kirche   seinen   Tod   forderte   und   er   letztlich   auch   hingerichtet   wurde. Etwas,   das   erst   im   Jahr   2000   von   der   Kirche   als   Unrecht   anerkannt wurde. Später   war   es   Gallileo   Gallilei,   der   vor   einer   ähnlichen   Wahl   stand. Abschwören     von     seiner     gottlosen     Theorie     oder     Überführung     ins jenseitige Leben, vorzugsweise in dessen höllische Gefilde. Und   bis   zur   ersten   Entdeckung   eines,   eine   fremde   Sonne   umkreisenden, Planeten,   gab   es   auch   noch   den   ein   oder   anderen   Wissenschaftler,   der an die Einzigartigkeit der Erde glaubte. Generell   ist   nichts   dagegen   einzuwenden,   wenn   Forscher   nur   an   etwas glauben,    das    auch    beweisbar    ist.    Nur    neige    ich    nicht    dazu,    etwas abzulehnen,   nur,   weil   mir   die   Mittel   fehlen,   es   zu   beweisen.   In   dem   Fall geht   es   nicht   um   Glaube   oder   Nichtglaube,   sondern   um   die   Beachtung einer Wahrscheinlichkeit und dem Bestreben, Gewißheit zu erlangen.   Suche nach Exoplaneten Dass   nicht   nur   unsere   Sonne,   sondern   auch   die   meisten   übrigen   Sterne des    Universums    von    Planeten    umkreist    werden,    wurde    von    Science Fiction   Autoren   schon   in   den   50er   Jahren   als   gegeben   angesehen.   Die Wissenschaft   hat   die   Frage   nach   der   Existenz   von   Exoplaneten,   trotz   der Offensichtlichkeit,   die   sich   aus   der   Tatsache   ergibt,   dass   unsere   Sonne ein   gewöhnlicher   Stern   ist,   von   denen   es   hunderte   von   Millionen   in   der Galaxis   gibt,   eher   vorsichtig   und   ausweichend   behandelt.   Bis   schließlich der erste Exoplanet meßtechnisch nachgewiesen wurde. Nun   dreht   sich   die   Frage   um   die   mögliche   Existenz   von   erdähnlichen Planeten.    Mit    an    Sicherheit    grenzender    Wahrscheinlichkeit    sollte    die Frage   nicht   darum   gehen,   ob   es   sie   gibt,   sondern,   wo   man   sie   finden wird. Das   Problem   liegt   jedoch   in   den   Möglichkeiten,   die   der   Menschheit   zur Suche   nach   Exoplaneten   zur   Verfügung   stehen.   Tatsächlich   gibt   es   nur zwei    Verfahren,    die    hierzu    geeignet    sind.    Und    beide    sind    eher eingeschränkt   und   nicht   geeignet,   wirklich   genaue   und   umfangreiche Daten    zu    ermitteln,    wobei    eins    der    Verfahren    noch    als    indirekt bezeichnet werden muß. Bei   dieser   Methode   wird   anhand   von   Bahnschwankungen   einer   Sonne auf   die   Existenz   eines   oder   mehrerer   umlaufender   Planeten   geschlossen, ohne    dass    die    entsprechenden    Planeten    direkt    beobachtet    werden können.   Der   Vorteil   liegt   darin,   dass   die   Entdeckbarkeit   von   Planeten hierbei   nicht   abhängig   ist   von   der   Bahnebene.   Der   Nachteil   ist,   dass man   vom   entdeckten   Planeten   nur   wenig   Daten   bekommt,   da   man   ihn ja   nicht   direkt   wahrnehmen   kann,   sondern   nur   über   die   Schwankungen seines Heimatsterns. Die   Methode   erfordert   eine   genaue   Beobachtung   des   Sterns,   um   das Ausmaß     an     Abweichungen     seiner     Bewegungen     vom     optimalen gravitativen   Zentrum   zu   bestimmen.   Dies   geschieht   durch   Messung   der Rot- / bzw. Blauverschiebung des Lichts. Bei   Sternen,   die   keine   umlaufenden   Himmelskörper   haben,   ist   diese Rot- / bzw. Blauverschiebung des Lichts praktisch nicht vorhanden.
Bei   einem   Stern   ohne   Planeten   liegt das      gravitative      Zentrum      seiner Rotation im Mittelpunkt des Sterns. Bei   einem   Stern   mit   Planeten   weicht das      gravitative      Zentrum      seiner Rotation    deutlich    vom    Mittelpunkt des Sterns ab. Bei        einem        außerhalb        des Mittelpunkts    liegendem    gravitativen Zentrum     unterliegt     die     Rotation eines     Sterns     deutlich     meßbaren Schwankungen.    Aus    dem    Ausmaß dieser   Schwankungen   kann   auf   die Massedaten     umlaufender     Planeten geschlossen werden.
Bei der Entdeckung eines Planeten, über die meßbaren Schwankungen eines Sterns, ist die Bahnebene des Planeten von untergeordneter Bedeutung.
Beim   zweiten   Verfahren   kann   ein   Planet   entdeckt   werden,   wenn   er   aus Sicht   der   Erde   beim   Umlauf   um   seine   Sonne   vor   dieser   vorbeizieht,   was zu   meßbaren   Helligkeitsschwankungen   führt.   Der   Vorteil   dieser   Methode besteht darin, dass das Licht des Sterns dabei eine vielleicht vorhandene Atmosphäre    des    Planeten    durchquert    und    dabei    die    Chemie    dieser Atmosphäre quasi aufnimmt. Es besteht hierbei sozusagen eine indirekte Sichtbarkeit des Planeten.
Keine   Sichtbarkeit   des   Planeten   bei   seiner Position neben oder hinter seiner Sonne.
Indirekte    Sichtbarkeit    während    der    Planet vor seiner Sonne vorbeizieht.
Der   Nachteil   der   Methode   ist,   dass   die   Bahnebene   des   Planeten   derart sein   muß,   dass   die   Verdeckung   des   Sterns   von   der   Erde   aus   überhaupt sichbar   ist.   Auch   spielt   die   Größe   des   Planeten   durchaus   eine   Rolle.   Hier gilt,      je      größer      der      Planet      ist,      desto      größer      sind      die Helligkeitsschwankungen    des    Sterns,    was    die    Datenmenge    und    die Entdeckbarkeit erhöht. Für   einen   sicheren   Nachweis   eines   Planeten   müssen   die   Daten   allerdings verifiziert werden. Das   bedeutet,   dass   nachgewiesen   werden   muß,   dass   die   Verdeckung des   Sterns   durch   einen   Planeten   geschieht,   weil   sie   sich   periodisch wiederholt.     Je     nach     Umlaufperiode     des     Planeten     ist     daher     ein Beobachtungszeitraum von bis zu mehreren Jahren nötig.
Beim Stern oben liegt die Bahnebene des Planeten außerhalb der Sichtbarkeit.
Die   Schwierigkeiten   und   Beschränkungen   beider   Verfahren   erlaubten   zu Beginn    des    Nachweises    von    Exoplaneten    nur    die    Entdeckung    von massereichen    Planeten    ab    der    Masse    oder    mehrfachen    Masse    des solaren Planeten Jupiter. Erst   mit   beständiger   Verbesserung   der   Nachweismethoden   wurden   auch deutlich   kleinere   Planeten   entdeckt,   bis   hin   zu   Planeten   mit   annähernd erdähnlicher   Masse,   wobei   hier   auch   bei   fünffacher   Erdmasse   noch   von erdähnlich gesprochen werden kann. Dass    diese    Planeten    vorwiegend    bei    Roten    Zwergsternen    entdeckt werden,   liegt   keineswegs   daran,   dass   es   sie   bei   Sternen,   die   unserer Sonne    ähneln,    nicht    gibt,    sondern    vielmehr    in    den    Eigenheiten bestehender Meßverfahren. Da       die       Verdeckung       eines       Sterns       nur       eine       minimale Helligkeitsschwankung   erzeugt,   ist   diese   umso   besser   zu   beobachten,   je leuchtschwächer der beobachtete Stern ist. Rote   Zwergsterne   gehören   zu   den   leuchtschwachen   Sternen   und   eignen sich daher besonders gut für eine Beobachtung. Der    Nachteil    dieser    Sterne    ist,    dass    die    Biosphäre,    also    der Bereich    des    Abstands    zum    Stern,    in    denen    ein    für    Leben angemessenes   Maß   an   Licht   und   Wärme   zur   Verfügung   steht, nur   in   geringer   Distanz   zum   Stern   zu   finden   ist.      Die   Umlaufzeiten entdeckter   Planeten   liegen   bei   diesen   Sternen   häufig   im   Bereich   von Tagen.   Dies   bedeutet,   dass   der   Abstand   des   Planeten   zum   Stern   noch deutlich unterhalb der Merkurbahn liegt. Zum   Vergleich   sei   hier   erwähnt,   dass   der   Merkur   eine   Umlaufzeit   von   88 Tagen    hat,    während    Exoplaneten    um    Rote    Zwergsterne    gefunden wurden, die eine Umlaufzeit von lediglich 5 Tagen zeigen. Selbst,   wenn   ein   solcher   Planet   sich   dabei   innerhalb   der   Biosphäre   des Sterns    befindet,    wird    sich    Leben    nach    irdischen    Maßstäben    kaum entwickeln.   Der   Grund   dafür   liegt   im   geringen   Abstand   des   Planeten zum     Stern.     Der     Schwerkrafteinfluss     des     Sterns     unterbindet     die Eigenrotation   des   Planeten.   Dies   bedeutet,   dass   der   Planet   dem   Stern immer die gleiche Seite zeigt. Auf   der   einen   Hälfte   des   Planeten   ist   es   somit   ganzjährig   Tag,   warm   und hell,    während    auf    der    anderen    Hälfte    ewige    Nacht    und    Dunkelheit herrscht.    Die    relativ    schmalen    Übergangszonen    zwischen    Tag-    und Nachtseite     dürften     aufgrund     starker     Konvektionsströmungen     eher unruhig sein. Die    propagierte    Suche    nach    einer    zweiten    Erde    in    den    Tiefen    des Weltalls   ist,   im   Falle   Roter   Zwergsterne,   nicht   unbedingt   zielführend. Dass   bei   bis   zu   tausend   Lichtjahren   weit   entfernten   Sternen   Planeten entdeckt   wurden,   ohne   dass   es   einen   ähnlichen   Nachweis   bei   erdnahen Sonnen   gibt,   mag   den   Eindruck   entstehen   lassen,   dass   es   bei   den   näher gelegenen   Sternen   keine   Planeten   gibt.   Tatsächlich   muß   jedoch   gerade hier   berücksichtigt   werden,   dass   für   die   Entdeckbarkeit   von   Planeten derzeit   besondere   Voraussetzungen   notwendig   sind   und   es   nicht   möglich ist, jede Sonne auf Planeten zu untersuchen.  So   gilt   zwar   Delta   Pavonis   (Gl   780)   als   sonnenähnlicher   Stern   und   als ausgesprochener   Kandidat   für   erdähnliche   Planeten,   doch   wurden   bei dem    nur    18,8    Lichtjahre    entfernten    Stern    noch    keine    Planeten nachgewiesen. Doch   liegt   Delta   Pavonis   tief   unterhalb   der   Bahnebene   der   Erde   und damit in einer für die Beobachtung eher ungünstigen Position. Allein   die   Tatsache,   dass   man   Extrasolare   Planeten   entdeckt   hat,   läßt den   Schluß   zu,   dass   es   eher   die   Regel   als   die   Ausnahme   ist,   dass Planeten      ein      normaler      Bestandteil      einer      Sonne      bzw.      eines Sonnensystems   sind.   Ausgehend   von   dem   Umstand,   dass   unsere   Sonne eine   eher   gewöhnliche   Sonne   ist   und   die   Position   des   Sonnensystems   in unserer   Galaxis   auch   nicht   als   herausragend   bezeichnet   werden   kann, erscheint    es    als    unrealistisch,    weiterhin    anzunehmen,    dass    es    im restlichen Weltall keine erdähnlichen Planeten gibt. Es   stellt   sich   nicht   die   Frage,   ob   man   einen   solchen   Planeten   entdeckt, sondern,   wie   viele   man   entdecken   würde,   wenn   man   Teleskope   hätte, die   bis   in   50   Lichtjahre   Distanz   das   Umfeld   von   Sternen   noch   auflösen könnten.   Wenn   also   die   Instrumente   so   gut   wären,   dass   man   sich   nicht vorwiegend   auf   Rote   Zwergsterne   konzentrieren   müsste   und   die   Position eines   Sterns   im   Hinblick   auf   die   irdische   Bahnebene   keine   Rolle   mehr spielen würde. Wie   viele   Gesteinsplaneten   vom   Format   von   Erde,   Venus   oder   Mars würde man finden? Mit Sicherheit mehr als einen…. Die   Frage   nach   der   Entdeckung   einer   “zweiten”   Erde   ist   nicht   die   Frage nach dem Ob, sondern die Frage nach dem Wann. Die   Entdeckung   von   extrasolaren   Planeten,   die   offensichtlich   nicht   zu einem     Sonnensystem     gehören,     sondern     instabilen     Bahnen     im interstellaren   Raum   folgen,   wurde   als   ungewöhnliche   und   überraschende Entdeckung veröffentlicht. Warum eigentlich? Es   gibt   verschiedene   denkbare   Szenarien,   die   das   Herauslösen   eines Planeten   aus   der   Umlaufbahn   um   seine   Sonne   erklären   können.   Eine   der einfachsten   ist   hier   der   Gravitationseinfluss   eines   nahe   vorbeiziehenden Sterns. Der    gängigen    Theorie    zufolge    entstehen    Sterne    aus    interstellaren Gaswolken,       die       sich       aufgrund       von       Gravitationseinflüssen zusammenballen,   bis   Druck,   Dichte   und   Temperatur   hoch   genug   sind, um eine Kernfusion zu ermöglichen. In   allen   Fällen,   in   denen   diese   Kriterien   nicht   erreicht   werden,   entsteht lediglich   eine   Zusammenballung   von   Materie,   die   man,   je   nach   Größe und   Masse,   als   Asteroiden,   Kometen,   Planetoiden,   Planeten   oder   Braune Zwerge einstufen kann. Was   spricht   dagegen,   dass   derartige   nichtsolare   Objekte   überall,   also auch außerhalb eines Sonnensystems, entstehen können. Besonders   überrascht,   bezüglich   neuer   Entdeckungen   in   der   Astronomie, bin   ich   darüber,   dass   man   von   unerwarteten   Entdeckungen   überrascht ist. Irgendwann   wird   man   außerirdisches   Leben   entdecken.   Und   dies   wird dann    besonders    von    den    Medien    als    Sensation    gewertet    werden. Sachlich   betrachtet   wäre   die   Entdeckung   außerirdischen   Lebens   jedoch lediglich   die   Bestätigung   dessen,   was   offensichtlich   vermutet   und   nach bestehender Indizienlage als wahrscheinlich angesehen werden kann. Ich   persönlich   wäre   nicht   mal   überrascht,   wenn   besagtes   außerirdisches Leben in der Lage wäre, zu lesen, was ich hier geschrieben habe. Wenn    selbst    die    Kirche    beginnt,    Konzepte    zu    entwickeln,    was    ihre Position   im   Fall   der   Entdeckung   außerirdischen   Lebens   betrifft,   darf   der normalsterbliche Mensch langsam damit aufhören, Zweifel zu haben. Ich   halte   die   Existenz   außerirdischen   Lebens   für   wahrscheinlich.   Ich weiß nur nicht, wo wir sie finden werden und wie schlau sie sind….
Darstellung   aller   sonnenähnlichen   Sterne   vom   G,   F   und   K-Typ,   bis   in eine   Distanz   von   20   Lichtjahren.   Weitere   77   Sterne,   überwiegend   vom M-Typ   der   Roten   Zwergsterne,   die   insgesamt   die   Merheit   der   Sterne   in unserer   Galaxis   bilden,   sind   zur   besseren   Überschaubarkeit   der   Grafik nicht dargestellt.
Wissenschaft: Kosmologie
Exoplaneten
Herbert Haß