Was ist sozial? Einfach   ausgedrückt,   unter   sozial   versteht   man   ein   Verhalten,   das   von   der   Gemeinschaft   als   sozial empfunden wird. Wobei   die   Gemeinschaft   nicht   die   gesamte   Menschheit   ist,   sondern   eine   Gruppe   von   Menschen,   die eine gemeinsame Ideologie und Kultur haben. So gibt es soziales Verhalten, das typisch für ein Land oder eine Kultur ist. Dies   kann   so   weit   gehen,   dass   es   Verhalten   oder   Vorstellungen   enthält,   die   von   anderen   Kulturen prinzipiell abgelehnt werden, was Unverständnis mit einschließt. Sozialverhalten differenziert sich aber auch in angeborenes Verhalten und erlerntes Verhalten. Banales   Beispiel   für   angeborenes   Verhalten   sind   mimische   Reaktionen.   Wenn   wir   zum   Beispiel lächeln, wenn wir freundlich angelächelt werden. Oder, wenn wir gähnen müssen, weil wir sehen, wie jemand gähnt. Man   könnte   dies   als   genetisch   bedingte   Verhaltensmuster   bezeichnen,   die   zum   Teil   unwillkürlich, als eine Art Reflex, reagieren. Weit komplexer ist das Thema des erlernten Sozialverhaltens. Denn   hier   überschneiden   sich   die   genetischen   Vorgaben,   mit   dem,   was   wir   lernen.   Es   wäre einfach,   hier   von   angeborenem   und   anerzogenem   Verhalten   zu   sprechen.   Doch   dies   ist   zu   einfach. Denn   zum   `Anerzogen`   kommt   noch   das   Verhalten   hinzu,   das   durch   Beobachtung   und   Versuche entsteht. Kinder,   die   erfolgreich   lügen,   werden   die   Lüge   anders   betrachten,   als   Kinder,   die   mit   Lügen schlechte Erfahrungen machen. Sozialverhalten,   und   insbesondere   das   Erlernen   von   erfolgreichem   Sozialverhalten,   wird   so   zu einem   überaus   komplexen   Vorgang,   der   mit   dem   Erwachsen   werden   ein   nur   scheinbares   Ende findet. Generell   fällt   es   Kinder   leichter,   etwas   Neues   zu   lernen.   Im   psychischen   und   sozialen   Bereich können   Erlebnisse   auch   prägenden   Charakter   haben.   Sie   erzeugen   damit   etwas,   das   schwer   bis gar    nicht    änderbar    ist.    Wir    sprechen    hier    nicht    nur    von    Ängsten,    sondern    auch    von Verhaltensmustern und spontanem reaktivem Verhalten. Das   vielleicht   Verblüffende   an   Prägungen   ist,   dass   auch   der   Betroffene   nicht   erkennen   kann,   ob   ein Ereignis   bei   ihm   eine   Prägung   bewirkt   hat.   Eine   Prägung   loszuwerden,   ist   sehr   sehr   schwierig   und überhaupt erst möglich, wenn man sie und ihre Ursachen erkannt hat. Zu   dem   angeborenen,   anerzogenen   und   erlernten   Sozialverhalten   kommt   noch   etwas,   das   ich   als Zeitgeistverhalten bezeichnen möchte. Dies sind Verhaltensgewohnheiten, die aufgrund von Stimmungen in der Gesellschaft entstehen. Dies   betrifft   übrigens   auch   unsere   Vorstellungen   von   richtig   und   falsch.   Jedenfalls   in   allen   Fällen, wo richtig und falsch nicht klar definiert werden können. Das   Sozialverhalten   von   Menschen   ist   dem   von   Tieren,   die   in   Herden   oder   Rudeln   zusammen leben,   nicht   unähnlich.   Und   ich   meine   es   nicht   böse   oder   diskriminierend,   wenn   ich   sage,   dass   der Mensch die am höchsten entwickelte Spezies auf diesem Planeten ist. Ich   denke,   wir   brauchen   die   Erkenntnis,   dass   der   Mensch   nicht   die   Spezies,   sondern   nur   eine Spezies auf der Erde ist. Und   je   mehr   wir   über   die   Mechanismen   unseres   Denkens   und   Sozialverhaltens   wissen   und   lernen, desto mehr können wir selbst Einfluß darauf nehmen. ’’Muss ich so sein, wie ich bin? Oder kann ich so sein, wie ich sein will? Wissenschaftliche Studien belegen folgendes. Bei    allen    nicht    spontanen    Aktionen    (Reflexen)    trifft    unser    Gehirn    jede    Entscheidung    ca.    3 Sekunden, bevor sie uns selbst bewusst wird. Einfach   ausgedrückt.   Drei   Sekunden,   bevor   ich   das   erste   Mal   daran   denke,   nach   der   Tasse   Kaffee zu greifen, hat mein Gehirn entschieden, dass ich Kaffee trinken will! Unglaublich? Erschreckend? Der reinste Horror? Wieso? Schließlich ist es doch mein eigenes Gehirn, das entschieden hat. Für   mich   ist   Soziologie   nicht   nur   die   Erforschung   des   menschlichen   Verhaltens,   sondern   auch   die Erforschung des Seins an sich…
Herbert Haß
Soziologie
‘‘Wo Primaten sich kloppen, findet echte Intelligenz bessere Wege.
Wissenschaft: Soziologie
Was ist sozial? Einfach   ausgedrückt,   unter   sozial   versteht   man   ein   Verhalten,   das   von der Gemeinschaft als sozial empfunden wird. Wobei   die   Gemeinschaft   nicht   die   gesamte   Menschheit   ist,   sondern   eine Gruppe    von    Menschen,    die    eine    gemeinsame    Ideologie    und    Kultur haben. So   gibt   es   soziales   Verhalten,   das   typisch   für   ein   Land   oder   eine   Kultur ist. Dies   kann   so   weit   gehen,   dass   es   Verhalten   oder   Vorstellungen   enthält, die     von     anderen     Kulturen     prinzipiell     abgelehnt     werden,     was Unverständnis mit einschließt. Sozialverhalten   differenziert   sich   aber   auch   in   angeborenes   Verhalten und erlerntes Verhalten. Banales   Beispiel   für   angeborenes   Verhalten   sind   mimische   Reaktionen. Wenn wir zum Beispiel lächeln, wenn wir freundlich angelächelt werden. Oder, wenn wir gähnen müssen, weil wir sehen, wie jemand gähnt. Man   könnte   dies   als   genetisch   bedingte   Verhaltensmuster   bezeichnen, die zum Teil unwillkürlich, als eine Art Reflex, reagieren. Weit komplexer ist das Thema des erlernten Sozialverhaltens. Denn   hier   überschneiden   sich   die   genetischen   Vorgaben,   mit   dem,   was wir   lernen.   Es   wäre   einfach,   hier   von   angeborenem   und   anerzogenem Verhalten     zu     sprechen.     Doch     dies     ist     zu     einfach.     Denn     zum `Anerzogen`   kommt   noch   das   Verhalten   hinzu,   das   durch   Beobachtung und Versuche entsteht. Kinder,   die   erfolgreich   lügen,   werden   die   Lüge   anders   betrachten,   als Kinder, die mit Lügen schlechte Erfahrungen machen. Sozialverhalten,    und    insbesondere    das    Erlernen    von    erfolgreichem Sozialverhalten,   wird   so   zu   einem   überaus   komplexen   Vorgang,   der   mit dem Erwachsen werden ein nur scheinbares Ende findet. Generell   fällt   es   Kinder   leichter,   etwas   Neues   zu   lernen.   Im   psychischen und    sozialen    Bereich    können    Erlebnisse    auch    prägenden    Charakter haben.   Sie   erzeugen   damit   etwas,   das   schwer   bis   gar   nicht   änderbar ist.    Wir    sprechen    hier    nicht    nur    von    Ängsten,    sondern    auch    von Verhaltensmustern und spontanem reaktivem Verhalten. Das   vielleicht   Verblüffende   an   Prägungen   ist,   dass   auch   der   Betroffene nicht   erkennen   kann,   ob   ein   Ereignis   bei   ihm   eine   Prägung   bewirkt   hat. Eine   Prägung   loszuwerden,   ist   sehr   sehr   schwierig   und   überhaupt   erst möglich, wenn man sie und ihre Ursachen erkannt hat. Zu    dem    angeborenen,    anerzogenen    und    erlernten    Sozialverhalten kommt noch etwas, das ich als Zeitgeistverhalten bezeichnen möchte. Dies   sind   Verhaltensgewohnheiten,   die   aufgrund   von   Stimmungen   in der Gesellschaft entstehen. Dies   betrifft   übrigens   auch   unsere   Vorstellungen   von   richtig   und   falsch. Jedenfalls    in    allen    Fällen,    wo    richtig    und    falsch    nicht    klar    definiert werden können. Das   Sozialverhalten   von   Menschen   ist   dem   von   Tieren,   die   in   Herden oder   Rudeln   zusammen   leben,   nicht   unähnlich.   Und   ich   meine   es   nicht böse   oder   diskriminierend,   wenn   ich   sage,   dass   der   Mensch   die   am höchsten entwickelte Spezies auf diesem Planeten ist. Ich   denke,   wir   brauchen   die   Erkenntnis,   dass   der   Mensch   nicht   die Spezies, sondern nur eine Spezies auf der Erde ist. Und    je    mehr    wir    über    die    Mechanismen    unseres    Denkens    und Sozialverhaltens    wissen    und    lernen,    desto    mehr    können    wir    selbst Einfluß darauf nehmen. ’’Muss   ich   so   sein,   wie   ich   bin?   Oder   kann   ich   so   sein,   wie   ich sein will? Wissenschaftliche Studien belegen folgendes. Bei   allen   nicht   spontanen   Aktionen   (Reflexen)   trifft   unser   Gehirn   jede Entscheidung ca. 3 Sekunden, bevor sie uns selbst bewusst wird. Einfach   ausgedrückt.   Drei   Sekunden,   bevor   ich   das   erste   Mal   daran denke,   nach   der   Tasse   Kaffee   zu   greifen,   hat   mein   Gehirn   entschieden, dass ich Kaffee trinken will! Unglaublich? Erschreckend? Der reinste Horror? Wieso?   Schließlich   ist   es   doch   mein   eigenes   Gehirn,   das   entschieden hat. Für   mich   ist   Soziologie   nicht   nur   die   Erforschung   des   menschlichen Verhaltens, sondern auch die Erforschung des Seins an sich…
‘‘Wo Primaten sich kloppen findet     echte Intelligenz bessere Wege.
Herbert Haß