Depression Autor: Haß, 10.01.2017 Es   gibt   Menschen,   die   betrachten   eine   Depression   als   trübe   Stimmung.   Als   Unzufriedenheit, schlechte Laune oder Unglücklich sein. Tatsächlich   ist   eine   Depression   jedoch   eine   organische   Erkrankung,   die   über   die   Neurochemie wirkt. In erster Linie sind zwei Regionen des Gehirns betroffen. Der Hippocampus, der eine Art emotionales Zentrum darstellt. Die Amygdala, die Auswirkungen auf Angst, Panik und Fluchtverhalten hat. Es   ist   nachgewiesen,   dass   bei   Menschen,   die   als   Psychopathen   gelten,   sowohl   Hippocampus   als auch Amygdala nur geringe bis praktisch nicht mehr nachweisbare Aktivität aufweisen. Das   bedeutet,   dass   diese   beiden   Hirnregionen   direkten   Einfluss   auf   unser   Sozialverhalten   haben können. Depressionen     und     die     damit     verbundene     Neurochemie     können     Auswirkungen     auf     diese Hirnregionen haben. Im Fall des Hippocampus ist auch eine Degeneration nachgewiesen worden. Glücklicherweise   ist   das   Gehirn   zur   Regeneration   in   der   Lage.   Das   bedeutet,   dass   der   Hippocampus auch wieder seine normale Aktivität erreichen kann. Allerdings    findet    Regeneration    nicht    spontan    statt.    Man    kann    es    eher    mit    dem    Haarwuchs vergleichen.   Bis   aus   kurzen   Haaren   lange   Haare   werden,   dauert   es   eine   Weile.   Und   nichts   kann diesen Prozess beschleunigen. Leider kann er im Fall des Hippocampus aber gestört werden. Und   das   macht   eine   Reha   von   einer   Depression   so   schwierig.   Denn,   wenn   die   Gründe   für   eine Depression   in   sozialer   Interaktion   liegen,   dann   reicht   es   nicht,   sich   von   der   eigentlichen   Ursache   zu entfernen. Nehmen   wir   an,   dass   langjähriges   Mobbing   am   Arbeitsplatz   zu   einer   Depression   geführt   hat.   Dann reicht   es   nicht,   den   Arbeitsplatz   zu   wechseln.   Zusätzlich   müssen   Situationen   gemieden   werden,   die dem erlebten Mobbing ähneln. Einfach   gesagt,   alles   was   einen   Rückfall   in   die   Depression   bewirken   kann,   und   sei   es   nur   dadurch, dass   es   über   Assoziationen   Gedanken   und   Gefühle   an   die   Depression   wachruft,   sollte   vermieden werden. Die   Reha   von   einer   Depression   ist   kein   kontinuierlicher   Prozess.   Er   gleicht   mehr   einer   Berg-   und Talfahrt. Guten Tagen folgen schlechte Tage. Und nur langsam werden die guten Tage zahlreicher. Und nichts kann einen Rückfall in die Depression ausschließen. Man   kann   sich   gesund   fühlen.   Man   kann   sich   geheilt   fühlen.   Und   doch   muss   man   wissen,   dass   die Depression zurück kommen kann. Die    Depression    ist    eine    potentiell    tödliche    Erkrankung.    Und    es    gibt    auch    eine    Statistik    zur jährlichen   Todesrate.   Europaweit   betrachtet,   übersteigt   sie   die   Zahl   der   Verkehrstoten.   Wie   viele das   sind?   Tausende!   Und   während   des   Lesens   dieses   Artikels   hat   irgendwo   auf   der   Welt   ein   an Depression erkrankter Mensch sein Leben selbst beendet…. In einem Lied heißt es:  8 Milliarden Menschen, aber keine Menschlichkeit. Wenn   die   Musik   sich   für   ein   Thema   zu   interessieren   beginnt   und   mit   Liedern   auf   etwas   hinweist, dann ist es meist ein Thema, dem man Beachtung schenken sollte. 4 Millionen Menschen in Deutschland gelten als an Depression erkrankt. Als   Volkskrankheit   bezeichnet   man   eine   Erkrankung,   wenn   sie   weit   verbreitet   ist   und   als   eine   Art volkstypische Erkrankung gilt. Arthrose,    die    durch    Bewegungsmangel    entsteht,    ist    ebenso    eine    Volkskrankheit    wie    Diabetis Mellitis. Im   Fall   der   Depression   könnte   man   sagen,   dass   sie   keine   Volkskrankheit   ist,   sondern   Folge   einer zunehmenden   Störung   des   gesellschaftlichen   Wertegefühls.   Wenn   Leistungsdenken   und   Gier   die Menschlichkeit verdrängen, schaden wir dem höchsten Gut, das wir Menschen besitzen. Wir   Menschen   können   gut   sein.   Wir   Menschen   können   böse   sein.   Und   wir   können   entscheiden,   was davon wir sein wollen…. An   einer   Depression   kann   jeder   erkranken.   Auch   diejenigen,   die   sich   nicht   vorstellen   können,   was eine Depression überhaupt ist.
‘‘Depression ist, wenn die Seele leidet…
Soziologie
Herbert Haß
Depression Autor: Haß, 10.01.2017 Es   gibt   Menschen,   die   betrachten   eine   Depression   als   trübe   Stimmung. Als Unzufriedenheit, schlechte Laune oder Unglücklich sein. Tatsächlich   ist   eine   Depression   jedoch   eine   organische   Erkrankung,   die über die Neurochemie wirkt. In erster Linie sind zwei Regionen des Gehirns betroffen. Der Hippocampus, der eine Art emotionales Zentrum darstellt. Die   Amygdala,   die   Auswirkungen   auf   Angst,   Panik   und   Fluchtverhalten hat. Es   ist   nachgewiesen,   dass   bei   Menschen,   die   als   Psychopathen   gelten, sowohl   Hippocampus   als   auch   Amygdala   nur   geringe   bis   praktisch   nicht mehr nachweisbare Aktivität aufweisen. Das   bedeutet,   dass   diese   beiden   Hirnregionen   direkten   Einfluss   auf unser Sozialverhalten haben können. Depressionen     und     die     damit     verbundene     Neurochemie     können Auswirkungen   auf   diese   Hirnregionen   haben.   Im   Fall   des   Hippocampus ist auch eine Degeneration nachgewiesen worden. Glücklicherweise    ist    das    Gehirn    zur    Regeneration    in    der    Lage.    Das bedeutet,   dass   der   Hippocampus   auch   wieder   seine   normale   Aktivität erreichen kann. Allerdings   findet   Regeneration   nicht   spontan   statt.   Man   kann   es   eher mit   dem   Haarwuchs   vergleichen.   Bis   aus   kurzen   Haaren   lange   Haare werden,    dauert    es    eine    Weile.    Und    nichts    kann    diesen    Prozess beschleunigen. Leider kann er im Fall des Hippocampus aber gestört werden. Und   das   macht   eine   Reha   von   einer   Depression   so   schwierig.   Denn, wenn   die   Gründe   für   eine   Depression   in   sozialer   Interaktion   liegen, dann reicht es nicht, sich von der eigentlichen Ursache zu entfernen. Nehmen   wir   an,   dass   langjähriges   Mobbing   am   Arbeitsplatz   zu   einer Depression    geführt    hat.    Dann    reicht    es    nicht,    den    Arbeitsplatz    zu wechseln.   Zusätzlich   müssen   Situationen   gemieden   werden,   die   dem erlebten Mobbing ähneln. Einfach   gesagt,   alles   was   einen   Rückfall   in   die   Depression   bewirken kann,   und   sei   es   nur   dadurch,   dass   es   über   Assoziationen   Gedanken und Gefühle an die Depression wachruft, sollte vermieden werden. Die   Reha   von   einer   Depression   ist   kein   kontinuierlicher   Prozess.   Er gleicht   mehr   einer   Berg-   und   Talfahrt.   Guten   Tagen   folgen   schlechte Tage. Und nur langsam werden die guten Tage zahlreicher. Und nichts kann einen Rückfall in die Depression ausschließen. Man   kann   sich   gesund   fühlen.   Man   kann   sich   geheilt   fühlen.   Und   doch muss man wissen, dass die Depression zurück kommen kann. Die   Depression   ist   eine   potentiell   tödliche   Erkrankung.   Und   es   gibt   auch eine     Statistik     zur     jährlichen     Todesrate.     Europaweit     betrachtet, übersteigt   sie   die   Zahl   der   Verkehrstoten.   Wie   viele   das   sind?   Tausende! Und   während   des   Lesens   dieses   Artikels   hat   irgendwo   auf   der   Welt   ein an Depression erkrankter Mensch sein Leben selbst beendet…. In    einem    Lied    heißt    es:        8    Milliarden    Menschen,    aber    keine Menschlichkeit. Wenn   die   Musik   sich   für   ein   Thema   zu   interessieren   beginnt   und   mit Liedern   auf   etwas   hinweist,   dann   ist   es   meist   ein   Thema,   dem   man Beachtung schenken sollte. 4 Millionen Menschen in Deutschland gelten als an Depression erkrankt. Als    Volkskrankheit    bezeichnet    man    eine    Erkrankung,    wenn    sie    weit verbreitet ist und als eine Art volkstypische Erkrankung gilt. Arthrose,    die    durch    Bewegungsmangel    entsteht,    ist    ebenso    eine Volkskrankheit wie Diabetis Mellitis. Im   Fall   der   Depression   könnte   man   sagen,   dass   sie   keine   Volkskrankheit ist,   sondern   Folge   einer   zunehmenden   Störung   des   gesellschaftlichen Wertegefühls.    Wenn    Leistungsdenken    und    Gier    die    Menschlichkeit verdrängen,    schaden    wir    dem    höchsten    Gut,    das    wir    Menschen besitzen. Wir   Menschen   können   gut   sein.   Wir   Menschen   können   böse   sein.   Und wir können entscheiden, was davon wir sein wollen…. An   einer   Depression   kann   jeder   erkranken.   Auch   diejenigen,   die   sich nicht vorstellen können, was eine Depression überhaupt ist.
‘‘Depression ist, wenn die Seele     leidet…
Wissenschaft: Soziologie
Herbert Haß