Depression Sport als Therapie? Autor: Haß, 16.09.2017 Im   August   bin   ich   von   eim   Orthopäden   gefragt   worden,   ob   ich   nicht   ein   Buch   schreiben   könnte, zum Thema: „Sport als Therapie gegen Depression/Burnout“. Himmel, wenn es so einfach wäre! Noch einmal: Eine   Depression   ist   keine   Standarderkrankung,   gegen   die   man   mit   Standardrezepten   vorgehen kann. Eine   Depression   ist   eine   individuelle   Erkrankung,   die   bei   jedem   anders   wirkt   und   andere   Ursachen hat. Es ist sogar möglich, durch Sport in ein Burnout zu kommen! Also,   Sport   als   Patentrezept,   oder   als   Standard   der   begleitenden   Therapiemaßnahmen   anzusehen, ist (LEIDER!) nicht möglich. Doch!   Und   das   in   aller   Deutlichkeit!   Sport   kann   beim   Kampf   gegen   die   Depression   eine   überaus wichtige Rolle spielen. Elementar   wichtig   ist   dabei   zu   erkennen,   ob   Sport   für   den   Patienten   ein   geeignetes   Mittel   sein kann. Kann man hierzu uneingeschränkt Ja sagen, wird Sport zu einem Bestandteil der Therapie. Und zwar zu einem überaus sinnvollem und vielseitig wirksamen! Sport,   in   richtiger   Weise   betrieben,   ist   ein   Motor   für   die   Gesundheit.   Gerne   denken   wir   dabei   nur an die körperliche Gesundheit. Doch die seeliche ist ebenso betroffen. Ein gesunder Geist, in einem gesunden Körper. Eine Redewendung, die auf den römischen Dichter Juvenal zurück geführt werden kann. Und die in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Denn   die   wachsenden   Anforderungen   des   digitalen   Zeitalters   bringen   Körper,   Gehirn   und   Seele   in einen   Zustand   permanenter   Überlastung.   Dabei   ist   diese   Überlastung   derart   „schleichend“,   dass sie als solche nicht bemerkt wird. Offensichtliches   Anzeichen   ist   eine   Erhöhung   der   Reizbarkeit   in   Verbindung   mit   zunehmender Ungeduld und Oberflächlichkeit. ‘‘Erfolg ist der Motor der Motivation!  © H. Haß 09.2017 Denn, wie lange würde eine Sportart Spaß machen, wenn sie mit keinem Erfolg verbunden ist? Der    maßgebliche    Sinn    jeder    sportlichen    Betätigung    ist    die    Verbesserung    der    körperlichen Leistungsfähigkeit. Wenn   ich   jeden   Tag   zwei   Stunden   trainiere,   ohne   dass   es   irgendeine   messbare   Wirkung   auf   die körperliche    Leistung    oder    einen    positiven    emotionalen    Effekt    hat,    ist    dieses    Training    nicht zielführend. Wenn   man   also   Sport   macht,   dann   sollte   man   ihn   so   machen,   das   er   dem   Körper   gut   tut   und   der Seele Freude bringt. Der   Erfolg,   durch   eine   Verbesserung   der   Leistung   oder   durch   die   Freude   am   Sport,   führt   zu   einer Form von emotionaler „Belohnung“. Es ist etwas, über das man sich freuen kann und darf. Und die Belohnung, durch den Erfolg, spornt an, weiter das zu tun, was zum Erfolg führt. Wenn    ich    also,    durch    Sport,    Erfolgserlebnisse    generieren    kann,    dann    sollte    ich    dies    tun. Insbesondere, wenn ich eine Depression habe. Denn   ein   Gefühl   des   Erfolgs   ist   etwas,   was   mein   Selbstwertgefühl   verbessern   kann.   Und   je   größer das Selbstwertgefühl wird, desto kleiner wird die Depression. Ob sie damit gänzlich besiegt werden kann, ist unmöglich voraus zu sagen. Aber auch eine Minderung der Wirkung der Depression ist schon ein lohnender Aspekt. Ich   weiß,   dass   eine   Depression   auch   dazu   führen   kann,   dass   man   sich   selbst   postive   Erlebnisse nicht mehr gönnt. Dass man sie ablehnt, nicht mehr haben will. Hier ist die Vernunft gefragt. Ich tue es, nicht weil ich es tun will. Sondern ich tue es, weil ich erkenne, dass es richtig ist. Diese Art von Vernunft ist das Mittel, um den Widerstand der Depression zu überwinden. Und das ist die Kernfrage für jede erfolgversprechende Therapie. Denn,   wenn   es   meine   Vernunft   schafft,   sich   gegen   die   Depression   zu   entscheiden   und   für   eine Therapie,   mit   Chance   auf   Rückkehr   in   ein   normales   Leben,   schaffe   ich   damit   die   Grundlage   für   den Erfolg der Therapie. Kommen wir zurück zum Sport und der Frage, wie er als Therapieform in Frage kommt. 1. Es muss kein Sport sein, den man mag! 2. Es braucht ein Erfolgserlebnis. 3. Er darf nicht zu Erschöpfung führen. 4. Er sollte eine ständige Verbesserung erlauben. Nehmen wir als Beispiel Nordic Walking. Bitte nicht in Dunkelheit!!! Licht! Tageslicht! ist ein wesentlicher Faktor gegen Depression! Also, Nordic Walking bei Tageslicht. Gerne auch mit leichten Anstiegen. Bloß nicht übertreiben! Langsam beginnen und entweder Zeit oder Strecke messen. Bei jedem Training zumindest eins von beidem verbessern. Nur   bitte,   wir   sprechen   hier   nicht   von   Leistungssport.   Die   Verbesserungen   müssen   nicht   zum Zwang    werden.    Und    beim    ersten    Training    muss    man    auch    nicht    losrennen,    um    Rekorde    zu brechen. Ganz wichtig ist hingegen die Regelmäßigkeit. Drei mal pro Woche sollten es schon sein. Besser wäre jeden zweiten Tag. Nur,   bitte   nicht   jeden   Tag.   Dann   lieber   noch   einen   zweiten   Sport,   den   man   im   Wechsel   mit   dem Ersten betreibt. Aber wie kann körperliches Training seeliches Leid mildern? Nun,   ein   wesentliches   Merkmal   der   Depression   ist   eine   Reduzierung   des   Selbstwertgefühls.   Und dies   bedeutet   auch   eine   Verringerung   der   Akzeptanz   der   eigenen   Körperlichkeit.   Was   übrigens eines Voraussetzung für Suizid ist. Sport,   insbesondere   ein,   wenn   auch   unbewusst   wahrgenmmener,   sportlicher   Erfolg,   kann   ein positives Gefühl zum eigenen Körper fördern. Das Zauberwort heißt „Positives Gefühl“! Schließlich „lebt“ die Depression von negativen Gefühlen. Und jedes positive Gefühl ist erklärter Feind der Depression! Zu schön wäre es, wenn Sport ein „Zaubermittel“ für jede Form der Depression wäre. So einfach ist es leider nicht. Und tatsächlich sind meine nächsten Worte Spekulation: Ich   halte   es   für   möglich,   dass   Sport   einen   positiven   Effekt   bei   der   Behandlung   von   Depression   hat. Dass aber das Ausmaß dieses Effekts eine hochgradig persönliche Angelegenheit ist. Bei dem einen wirkt es Wunder, bei dem anderen ist es vielleicht nur ein wenig wirksam. Doch eins ist sicher. Sport hat, wenn er richtig betrieben wird, keine bösen Nebenwirkungen.
‘‘Depression ist, wenn die Seele leidet…
Soziologie
Herbert Haß
‘‘Depression ist, wenn die Seele     leidet…
Wissenschaft: Soziologie
Herbert Haß
Depression Sport als Therapie? Autor: Haß, 16.09.2017 Im   August   bin   ich   von   eim   Orthopäden   gefragt   worden,   ob   ich nicht   ein   Buch   schreiben   könnte,   zum   Thema:   „Sport   als   Therapie gegen Depression/Burnout“. Himmel, wenn es so einfach wäre! Noch einmal: Eine   Depression   ist   keine   Standarderkrankung,   gegen   die   man mit Standardrezepten vorgehen kann. Eine   Depression   ist   eine   individuelle   Erkrankung,   die   bei   jedem anders wirkt und andere Ursachen hat. Es ist sogar möglich, durch Sport in ein Burnout zu kommen! Also,   Sport   als   Patentrezept,   oder   als   Standard   der   begleitenden Therapiemaßnahmen anzusehen, ist (LEIDER!) nicht möglich. Doch!   Und   das   in   aller   Deutlichkeit!   Sport   kann   beim   Kampf gegen die Depression eine überaus wichtige Rolle spielen. Elementar    wichtig    ist    dabei    zu    erkennen,    ob    Sport    für    den Patienten    ein    geeignetes    Mittel    sein    kann.    Kann    man    hierzu uneingeschränkt   Ja   sagen,   wird   Sport   zu   einem   Bestandteil   der Therapie. Und zwar zu einem überaus sinnvollem und vielseitig wirksamen! Sport,    in    richtiger    Weise    betrieben,    ist    ein    Motor    für    die Gesundheit.    Gerne    denken    wir    dabei    nur    an    die    körperliche Gesundheit. Doch die seeliche ist ebenso betroffen. Ein gesunder Geist, in einem gesunden Körper. Eine   Redewendung,   die   auf   den   römischen   Dichter   Juvenal   zurück geführt werden kann. Und die in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Denn    die    wachsenden    Anforderungen    des    digitalen    Zeitalters bringen   Körper,   Gehirn   und   Seele   in   einen   Zustand   permanenter Überlastung.   Dabei   ist   diese   Überlastung   derart   „schleichend“, dass sie als solche nicht bemerkt wird. Offensichtliches   Anzeichen   ist   eine   Erhöhung   der   Reizbarkeit   in Verbindung mit zunehmender Ungeduld und Oberflächlichkeit. ‘‘Erfolg ist der Motor der Motivation!  © H. Haß 09.2017 Denn,   wie   lange   würde   eine   Sportart   Spaß   machen,   wenn   sie   mit keinem Erfolg verbunden ist? Der    maßgebliche    Sinn    jeder    sportlichen    Betätigung    ist    die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Wenn    ich    jeden    Tag    zwei    Stunden    trainiere,    ohne    dass    es irgendeine   messbare   Wirkung   auf   die   körperliche   Leistung   oder einen   positiven   emotionalen   Effekt   hat,   ist   dieses   Training   nicht zielführend. Wenn   man   also   Sport   macht,   dann   sollte   man   ihn   so   machen,   das er dem Körper gut tut und der Seele Freude bringt. Der   Erfolg,   durch   eine   Verbesserung   der   Leistung   oder   durch   die Freude     am     Sport,     führt     zu     einer     Form     von     emotionaler „Belohnung“.   Es   ist   etwas,   über   das   man   sich   freuen   kann   und darf. Und   die   Belohnung,   durch   den   Erfolg,   spornt   an,   weiter   das   zu tun, was zum Erfolg führt. Wenn   ich   also,   durch   Sport,   Erfolgserlebnisse   generieren   kann, dann   sollte   ich   dies   tun.   Insbesondere,   wenn   ich   eine   Depression habe. Denn   ein   Gefühl   des   Erfolgs   ist   etwas,   was   mein   Selbstwertgefühl verbessern   kann.   Und   je   größer   das   Selbstwertgefühl   wird,   desto kleiner wird die Depression. Ob   sie   damit   gänzlich   besiegt   werden   kann,   ist   unmöglich   voraus zu sagen. Aber   auch   eine   Minderung   der   Wirkung   der   Depression   ist   schon ein lohnender Aspekt. Ich   weiß,   dass   eine   Depression   auch   dazu   führen   kann,   dass   man sich   selbst   postive   Erlebnisse   nicht   mehr   gönnt.   Dass   man   sie ablehnt, nicht mehr haben will. Hier ist die Vernunft gefragt. Ich   tue   es,   nicht   weil   ich   es   tun   will.   Sondern   ich   tue   es,   weil   ich erkenne, dass es richtig ist. Diese   Art   von   Vernunft   ist   das   Mittel,   um   den   Widerstand   der Depression zu überwinden. Und das ist die Kernfrage für jede erfolgversprechende Therapie. Denn,   wenn   es   meine   Vernunft   schafft,   sich   gegen   die   Depression zu   entscheiden   und   für   eine   Therapie,   mit   Chance   auf   Rückkehr in   ein   normales   Leben,   schaffe   ich   damit   die   Grundlage   für   den Erfolg der Therapie. Kommen    wir    zurück    zum    Sport    und    der    Frage,    wie    er    als Therapieform in Frage kommt. 1. Es muss kein Sport sein, den man mag! 2. Es braucht ein Erfolgserlebnis. 3. Er darf nicht zu Erschöpfung führen. 4. Er sollte eine ständige Verbesserung erlauben. Nehmen wir als Beispiel Nordic Walking. Bitte nicht in Dunkelheit!!! Licht! Tageslicht! ist ein wesentlicher Faktor gegen Depression! Also,    Nordic    Walking    bei    Tageslicht.    Gerne    auch    mit    leichten Anstiegen. Bloß nicht übertreiben! Langsam beginnen und entweder Zeit oder Strecke messen. Bei jedem Training zumindest eins von beidem verbessern. Nur    bitte,    wir    sprechen    hier    nicht    von    Leistungssport.    Die Verbesserungen   müssen   nicht   zum   Zwang   werden.   Und   beim ersten   Training   muss   man   auch   nicht   losrennen,   um   Rekorde   zu brechen. Ganz    wichtig    ist    hingegen    die    Regelmäßigkeit.    Drei    mal    pro Woche sollten es schon sein. Besser wäre jeden zweiten Tag. Nur,   bitte   nicht   jeden   Tag.   Dann   lieber   noch   einen   zweiten   Sport, den man im Wechsel mit dem Ersten betreibt. Aber wie kann körperliches Training seeliches Leid mildern? Nun,     ein     wesentliches     Merkmal     der     Depression     ist     eine Reduzierung   des   Selbstwertgefühls.   Und   dies   bedeutet   auch   eine Verringerung    der    Akzeptanz    der    eigenen    Körperlichkeit.    Was übrigens eines Voraussetzung für Suizid ist. Sport,   insbesondere   ein,   wenn   auch   unbewusst   wahrgenmmener, sportlicher   Erfolg,   kann   ein   positives   Gefühl   zum   eigenen   Körper fördern. Das   Zauberwort   heißt   „Positives   Gefühl“!   Schließlich   „lebt“   die Depression von negativen Gefühlen. Und jedes positive Gefühl ist erklärter Feind der Depression! Zu   schön   wäre   es,   wenn   Sport   ein   „Zaubermittel“   für   jede   Form der Depression wäre. So einfach ist es leider nicht. Und tatsächlich sind meine nächsten Worte Spekulation: Ich   halte   es   für   möglich,   dass   Sport   einen   positiven   Effekt   bei   der Behandlung   von   Depression   hat.   Dass   aber   das   Ausmaß   dieses Effekts eine hochgradig persönliche Angelegenheit ist. Bei   dem   einen   wirkt   es   Wunder,   bei   dem   anderen   ist   es   vielleicht nur ein wenig wirksam. Doch   eins   ist   sicher.   Sport   hat,   wenn   er   richtig   betrieben   wird, keine bösen Nebenwirkungen.