Künstliche Intelligenz Autor: Haß, 11.11.2017 Chancen und Gefahren Die Frage, was künstliche Intelligenz eigentlich ist, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn eine allgemein gültige Definition von Intelligenz gibt es nicht. Zudem gibt es verschiedene Formen der Intelligenz. Es gibt: - analytische Intelligenz - kognitive Intelligenz - emotionale Intelligenz - soziale Intelligenz - visuelle Intelligenz Man kann die Liste noch fortführen und um besondere Talente erweitern. Denken wir nur an Mozart und dessen musikalisches Talent. Allgemein    verstehen    wir    unter    Intelligenz    die    Fähigkeit,    Zusammenhänge    zu    erkennen    und situationsgerechte Lösungen zu erarbeiten. Inwieweit    eine    Software    zu    vergleichbarem    in    der    Lage    ist,    ist    nur    eine    Frage    der Programmierung. Voraussetzung    für    die    Fähigkeit    zur    Erkennung    von    Zusammenhängen    ist    eine    hinreichende Anzahl an Vergleichsmustern. Doch   das,   was   das   menschliche   Gehirn   so   nebenbei   in   der   Kindheit   lernt,   muss   für   eine   Software in wirklich mühseliger Kleinarbeit Codezeile für Codezeile programmiert werden. Ab   ein   paar   Millionen   Codezeilen   kann   die   Software   auf   eine   Weise   agieren,   dass   man   sie   für intelligent halten kann. Hier spricht man von simulierter Intelligenz. Dies ist aber nicht das, was man unter künstlicher Intelligenz versteht. Diese geht noch einen Schritt weiter und basiert auf einem anderen softwaretechnischen Konzept. Basis   der   derzeitigen   Forschung   für   künstliche   Intelligenz   ist   die   Erzeugung   von   Netzwerken,   die den neuronalen Netzwerken menschlicher Gehirne gleichen. Damit   diese   aber   funktionieren   können,   braucht   es   mathematische   Grundlagen.   In   der   Regel   sind dies Algorithmen. Die    Kunst    ist    es,    die    Algorithmen    und    das    Netzwerk    so    zu    gestalten,    dass    eine    autonome Erweiterung möglich wird. Anders ausgedrückt, der Computer erhält die Fähigkeit des Lernens. Eine    autonom    lernende    Software    kann    sehr    schnell    einen    Zustand    erreichen,    der    von    den zuständigen Programmierern nicht mehr vollständig überblickt werden kann. Dies   wäre   dann   der   Punkt,   wo   niemand   mehr   im   Detail   sagen   kann,   wie   die   Software   letztlich funktioniert. Die Software erreicht den Status einer künstlichen Intelligenz. Nun   gibt   es   Stufen   der   Intelligenz.   Bei   uns   Menschen   sprechen   wir   vom   Intelligenzquotienten. Wobei ein IQ von 100 als Durchschnittswert gilt. Ab 140 gilt man als hochintelligent. Ab weniger als 70 gilt man, vorsichtig ausgedrückt, als wenig intelligent. Die   Vielfalt   der   Fähigkeiten   des   menschlichen   Gehirns   kann   von   einer   Software   mit   künstlicher Intelligenz nicht erreicht werden. In   einzelnen   Bereichen   kann   diese   Software   durchaus   hohe   Werte   erreichen.   So   hoch,   dass Schwierigkeiten bestehen, sie von menschlicher Intelligenz zu unterscheiden. Doch   keine   derzeitige   Software   kann   alle   Fähigkeiten   des   menschlichen   Gehirns   in   gleicher   oder auch nur ähnlicher Weise erreichen. Kein   Supercomputer   und   keine   Software   ist   derzeit   in   der   Lage,   die   Qualität   eines   menschlichen Autofahrers zu erreichen. Was nicht heißt, dass es in einigen Jahren nicht so weit sein kann. Bis   eine   Software   einen   allgemeinen   Intelligenzgrad   erreicht,   der   mit   dem   menschlichen   absolut vergleichbar ist, wird noch einige Zeit vergehen. Wie viel? 5    Jahre,    10    Jahre,    20    Jahre?    Niemand    kann    derzeit    sagen,    wann    welche    innovativen Entdeckungen hier den Durchbruch schaffen. Doch was passiert, wenn es soweit ist? Werden wir dann von Computern kontrolliert? Klären wir erstmal einen Zusammenhang. Bilden Intelligenz und Bewusstsein eine Einheit? Existiert immer dann ein Bewusstsein, wenn Intelligenz vorhanden ist? Definitiv Nein! Das Bewusstsein ist etwas, was wir nicht definieren können. Wir wissen nicht, was das Bewusstsein ist, oder wie es entsteht. Wir Menschen fühlen lediglich, dass wir ein Bewusstsein haben. Wie   soll   sich   nun   bei   einer   künstlichen   Intelligenz   etwas   entwickeln,   von   dem   wir   nicht   einmal wissen, was es genau ist? Wie soll eine Software Bewusstsein entwickeln? Einige   Wissenschaftler   verfolgen   die   Theorie,   dass   das   Bewusstsein   durch   Emotionen   gebildet wird. Dass es unsere Gefühle sind, die es entstehen lassen. Aber echte Gefühle in einer Software zu erzeugen, das ist praktisch unmöglich. Warum?    Weil    Gefühle    durch    Hormone    erzeugt    werden.    Sie    sind    das    Resultat    biochemischer Vorgänge in unserem Gehirn. Biochemische Vorgänge sind in einer Software nicht realisierbar. Solange   es   also   keine   Hybridtechnik   gibt,   die   die   anorganische   Technik   mit   etwas   organischem verbindet,   wird   es   kaum   möglich   sein,   Emotionen   zu   einem   Teil   eines   Computersystems   zu machen. Tatsächlich   ist   es   möglich,   organische   neuronale   Zellen   mit   Computerchips   zu   verbinden.   Auch   so, dass Informationen ausgetauscht werden. Es wäre der Weg zur Erschaffung von Cyborgs. Fast   man   die   existierenden   Techniken   und   die   realen   Möglichkeiten   zusammen,   dann   besteht   die Möglichkeit,   dass   ein   organisch   anorganisches   Computersystem   entwickelt   wird,   das   nicht   nur Intelligenz entwickelt, sondern auch Bewusstsein. Bis es soweit ist, wird das ein oder andere Jahrzehnt noch vergehen. Aber   wenn   wir   Computer   entwickeln,   die   über   Bewusstsein   verfügen,   dann   haben   diese   damit auch die Möglichkeit zu einem eigenen Willen. Und   dann   besteht   die   Gefahr,   dass   Maschinen,   die   wir   aufgrund   ihrer   organischen   Komponenten eigentlich nicht mehr Maschinen nennen dürfen, beginnen, eigene Ziele zu verfolgen. Solange   es   aber   nur   künstliche   Intelligenz   ohne   Bewusstsein   gibt,   wird   sie   auch   nicht   über   einen eigenen Willen verfügen. Dann   ist   die   künstliche   Intelligenz   lediglich   ein   machtvolles   Instrument   in   den   Händen   derer,   die sie kontrollieren. Aber das beinhaltet dann Möglichkeiten, die wir heute noch gar nicht abschätzen können. In    einer    zunehmend    vernetzten    und    von    Software    beherrschten    Welt,    wird    eine    künstliche Intelligenz zu einem Mittel von fast schon ultimativer Macht. Waffen können zerstören. Waffen können Städte vernichten und Menschen töten. Künstliche Intelligenz kann Menschen beherrschen. Dadurch, dass wir in einer Weise manipuliert werden, die wir heute kaum voraussehen können. Nur ein Beispiel. Jeder Mensch hinterlässt digitale Daten. Selbst ohne die Nutzung des Internets. Einfach, weil es zu viele Möglichkeiten gibt, digitale Daten zu erzeugen. Bei jedem Einkauf, den wir mit Kreditkarte zahlen. Bei jeder Versicherung, die wir abschließen. Bei jeder Leistung, die wir in Anspruch nehmen. Bei jeder Diagnose, die ein Arzt stellt. Es ist nicht mehr möglich, keine digitalen Daten zu erzeugen. Bei   ausreichender   Datenmenge   ist   es   möglich,   ein   persönliches   Profil   zu   erstellen.   Die   Software beginnt zu erkennen, wie wir leben und wie wir denken. Ab    einer    bestimmten    Qualität    dieser    Daten    und    des    Verstehens    ist    es    möglich,    sie    für psychologische Manipulation zu verwenden. Eine   zukünftige   künstliche   Intelligenz   könnte   jeden   Menschen   beherrschen,   in   dem   psychologische Methoden angewendet werden, die für diesen Menschen „maßgeschneidert“ sind. Ich persönlich sehe keine direkte Gefahr durch künstliche Intelligenz. Ich   persönlich   sehe   die   Gefahr,   dass   die   Möglichkeiten   der   künstlichen   Intelligenz   genutzt   werden, um   Menschen   auf   eine   Art   zu   manipulieren   und   damit   zu   beherrschen,   wie   es   nie   zuvor   geschehen ist.
Soziologie
Herbert Haß
Wissenschaft: Soziologie
Herbert Haß
Künstliche Intelligenz Autor: Haß, 11.11.2017 Chancen und Gefahren Die   Frage,   was   künstliche   Intelligenz   eigentlich   ist,   ist   gar   nicht   so leicht zu beantworten. Denn eine allgemein gültige Definition von Intelligenz gibt es nicht. Zudem gibt es verschiedene Formen der Intelligenz. Es gibt: - analytische Intelligenz - kognitive Intelligenz - emotionale Intelligenz - soziale Intelligenz - visuelle Intelligenz Man    kann    die    Liste    noch    fortführen    und    um    besondere    Talente erweitern. Denken wir nur an Mozart und dessen musikalisches Talent. Allgemein      verstehen      wir      unter      Intelligenz      die      Fähigkeit, Zusammenhänge   zu   erkennen   und   situationsgerechte   Lösungen   zu erarbeiten. Inwieweit   eine   Software   zu   vergleichbarem   in   der   Lage   ist,   ist   nur eine Frage der Programmierung. Voraussetzung       für       die       Fähigkeit       zur       Erkennung       von Zusammenhängen        ist        eine        hinreichende        Anzahl        an Vergleichsmustern. Doch   das,   was   das   menschliche   Gehirn   so   nebenbei   in   der   Kindheit lernt,    muss    für    eine    Software    in    wirklich    mühseliger    Kleinarbeit Codezeile für Codezeile programmiert werden. Ab   ein   paar   Millionen   Codezeilen   kann   die   Software   auf   eine   Weise agieren, dass man sie für intelligent halten kann. Hier spricht man von simulierter Intelligenz. Dies    ist    aber    nicht    das,    was    man    unter    künstlicher    Intelligenz versteht. Diese   geht   noch   einen   Schritt   weiter   und   basiert   auf   einem   anderen softwaretechnischen Konzept. Basis    der    derzeitigen    Forschung    für    künstliche    Intelligenz    ist    die Erzeugung     von     Netzwerken,     die     den     neuronalen     Netzwerken menschlicher Gehirne gleichen. Damit   diese   aber   funktionieren   können,   braucht   es   mathematische Grundlagen. In der Regel sind dies Algorithmen. Die   Kunst   ist   es,   die   Algorithmen   und   das   Netzwerk   so   zu   gestalten, dass eine autonome Erweiterung möglich wird. Anders ausgedrückt, der Computer erhält die Fähigkeit des Lernens. Eine   autonom   lernende   Software   kann   sehr   schnell   einen   Zustand erreichen,    der    von    den    zuständigen    Programmierern    nicht    mehr vollständig überblickt werden kann. Dies   wäre   dann   der   Punkt,   wo   niemand   mehr   im   Detail   sagen   kann, wie die Software letztlich funktioniert. Die Software erreicht den Status einer künstlichen Intelligenz. Nun   gibt   es   Stufen   der   Intelligenz.   Bei   uns   Menschen   sprechen   wir vom      Intelligenzquotienten.      Wobei      ein      IQ      von      100      als Durchschnittswert gilt. Ab 140 gilt man als hochintelligent. Ab    weniger    als    70    gilt    man,    vorsichtig    ausgedrückt,    als    wenig intelligent. Die   Vielfalt   der   Fähigkeiten   des   menschlichen   Gehirns   kann   von   einer Software mit künstlicher Intelligenz nicht erreicht werden. In   einzelnen   Bereichen   kann   diese   Software   durchaus   hohe   Werte erreichen.     So     hoch,     dass     Schwierigkeiten     bestehen,     sie     von menschlicher Intelligenz zu unterscheiden. Doch     keine     derzeitige     Software     kann     alle     Fähigkeiten     des menschlichen    Gehirns    in    gleicher    oder    auch    nur    ähnlicher    Weise erreichen. Kein   Supercomputer   und   keine   Software   ist   derzeit   in   der   Lage,   die Qualität eines menschlichen Autofahrers zu erreichen. Was nicht heißt, dass es in einigen Jahren nicht so weit sein kann. Bis   eine   Software   einen   allgemeinen   Intelligenzgrad   erreicht,   der   mit dem   menschlichen   absolut   vergleichbar   ist,   wird   noch   einige   Zeit vergehen. Wie viel? 5   Jahre,   10   Jahre,   20   Jahre?   Niemand   kann   derzeit   sagen,   wann welche innovativen Entdeckungen hier den Durchbruch schaffen. Doch was passiert, wenn es soweit ist? Werden wir dann von Computern kontrolliert? Klären wir erstmal einen Zusammenhang. Bilden Intelligenz und Bewusstsein eine Einheit? Existiert   immer   dann   ein   Bewusstsein,   wenn   Intelligenz   vorhanden ist? Definitiv Nein! Das Bewusstsein ist etwas, was wir nicht definieren können. Wir wissen nicht, was das Bewusstsein ist, oder wie es entsteht. Wir Menschen fühlen lediglich, dass wir ein Bewusstsein haben. Wie   soll   sich   nun   bei   einer   künstlichen   Intelligenz   etwas   entwickeln, von dem wir nicht einmal wissen, was es genau ist? Wie soll eine Software Bewusstsein entwickeln? Einige   Wissenschaftler   verfolgen   die   Theorie,   dass   das   Bewusstsein durch   Emotionen   gebildet   wird.   Dass   es   unsere   Gefühle   sind,   die   es entstehen lassen. Aber   echte   Gefühle   in   einer   Software   zu   erzeugen,   das   ist   praktisch unmöglich. Warum?   Weil   Gefühle   durch   Hormone   erzeugt   werden.   Sie   sind   das Resultat biochemischer Vorgänge in unserem Gehirn. Biochemische Vorgänge sind in einer Software nicht realisierbar. Solange    es    also    keine    Hybridtechnik    gibt,    die    die    anorganische Technik   mit   etwas   organischem   verbindet,   wird   es   kaum   möglich sein, Emotionen zu einem Teil eines Computersystems zu machen. Tatsächlich     ist     es     möglich,     organische     neuronale     Zellen     mit Computerchips     zu     verbinden.     Auch     so,     dass     Informationen ausgetauscht werden. Es wäre der Weg zur Erschaffung von Cyborgs. Fast   man   die   existierenden   Techniken   und   die   realen   Möglichkeiten zusammen,    dann    besteht    die    Möglichkeit,    dass    ein    organisch anorganisches    Computersystem    entwickelt    wird,    das    nicht    nur Intelligenz entwickelt, sondern auch Bewusstsein. Bis es soweit ist, wird das ein oder andere Jahrzehnt noch vergehen. Aber   wenn   wir   Computer   entwickeln,   die   über   Bewusstsein   verfügen, dann   haben   diese   damit   auch   die   Möglichkeit   zu   einem   eigenen Willen. Und   dann   besteht   die   Gefahr,   dass   Maschinen,   die   wir   aufgrund   ihrer organischen   Komponenten   eigentlich   nicht   mehr   Maschinen   nennen dürfen, beginnen, eigene Ziele zu verfolgen. Solange   es   aber   nur   künstliche   Intelligenz   ohne   Bewusstsein   gibt, wird sie auch nicht über einen eigenen Willen verfügen. Dann     ist     die     künstliche     Intelligenz     lediglich     ein     machtvolles Instrument in den Händen derer, die sie kontrollieren. Aber   das   beinhaltet   dann   Möglichkeiten,   die   wir   heute   noch   gar   nicht abschätzen können. In   einer   zunehmend   vernetzten   und   von   Software   beherrschten   Welt, wird    eine    künstliche    Intelligenz    zu    einem    Mittel    von    fast    schon ultimativer Macht. Waffen    können    zerstören.    Waffen    können    Städte    vernichten    und Menschen töten. Künstliche Intelligenz kann Menschen beherrschen. Dadurch,   dass   wir   in   einer   Weise   manipuliert   werden,   die   wir   heute kaum voraussehen können. Nur ein Beispiel. Jeder   Mensch   hinterlässt   digitale   Daten.   Selbst   ohne   die   Nutzung   des Internets. Einfach,    weil    es    zu    viele    Möglichkeiten    gibt,    digitale    Daten    zu erzeugen. Bei jedem Einkauf, den wir mit Kreditkarte zahlen. Bei jeder Versicherung, die wir abschließen. Bei jeder Leistung, die wir in Anspruch nehmen. Bei jeder Diagnose, die ein Arzt stellt. Es ist nicht mehr möglich, keine digitalen Daten zu erzeugen. Bei   ausreichender   Datenmenge   ist   es   möglich,   ein   persönliches   Profil zu   erstellen.   Die   Software   beginnt   zu   erkennen,   wie   wir   leben   und wie wir denken. Ab   einer   bestimmten   Qualität   dieser   Daten   und   des   Verstehens   ist   es möglich, sie für psychologische Manipulation zu verwenden. Eine    zukünftige    künstliche    Intelligenz    könnte    jeden    Menschen beherrschen,   in   dem   psychologische   Methoden   angewendet   werden, die für diesen Menschen „maßgeschneidert“ sind. Ich persönlich sehe keine direkte Gefahr durch künstliche Intelligenz. Ich     persönlich     sehe     die     Gefahr,     dass     die     Möglichkeiten     der künstlichen   Intelligenz   genutzt   werden,   um   Menschen   auf   eine   Art   zu manipulieren   und   damit   zu   beherrschen,   wie   es   nie   zuvor   geschehen ist.